29.06.2021

Fischalternativen: Weniger Protein, mehr Salz und wesentlich teurer

Da immer mehr pflanzliche Alternativen für Fisch in den Handel kommen, hat die Verbraucherzentrale Hamburg diese veganen und vegetarischen Produkte unter die Lupe genommen. Das Fazit der Verbraucherschützer: gut für die Umwelt, mittelmäßige Nährstoffbilanz und erheblich teurer als die "Originale". Als klaren Pluspunkt sieht Verbraucherschützerin Jana Fischer die Herkunft der Hauptzutaten aus Europa: "Kürzere Transportwege verringern den Kohlendioxidausstoß und bremsen den Klimawandel."

Doch in der Regel enthalten die Fischalternativen weniger Protein als die Originale: die "Fisch vom Feld Veggie Stäbchen" beispielsweise liefern nur gut halb so viel Eiweiß wie herkömmliche Fischstäbchen. Die Produkte "Räucher Lax" und "Tunefish" von Rice Up enthalten sogar rund 95 Prozent weniger Protein als Lachs oder Thunfisch normalerweise liefern. Auch mit Blick auf die wertvollen Omega-3-Fettsäuren enttäuschen viele Alternativprodukte, da bei sieben der zwölf untersuchten Fisch-Alternativen vor allem Sonnenblumenöl im Produkt enthalten ist. Ein weiteres Minus: insbesondere vegane Fischstäbchen enthalten oft deutlich mehr Salz als die Standardvariante aus Alaska-Seelachs, nämlich zwischen 78 Prozent ("Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Art") und 56 Prozent ("Mein Veggie Tag Vegane Fischstäbchen") mehr.

Und schließlich seien die Preise "nicht nachvollziehbar", meint Jana Fischer: die acht Fischstäbchen-Alternativen des Marktchecks waren im Durchschnitt gut 50 Prozent teurer als die normalen Fischstäbchen eines Markenherstellers. Für die "ProLaTerre Veganen Fischstäbchen" muss man sogar mehr als doppelt so viel bezahlen. Angesichts der kostengünstigen Hauptzutaten wie Wasser, Weizenmehl oder Weizengluten konstatiert Fischer: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher trotz preiswerter Inhaltsstoffe für Veggie-Essen mehr Geld auf den Tisch legen müssen." Weitere Informationen unter: www.vzhh.de/veggie-fisch.

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