Auf dem alten Kaufhalle-Areal der niedersächsischen Stadt Nordhorn ist am 19. November der Grundstein für ein neues Nahversorgungszentrum gelegt worden, melden die Grafschafter Nachrichten. Das auf einer Grundstücksfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern an der Ecke Denekamper Straße/Friedrich-Ebert-Straße zu errichtende "Denekamper Center" wird auf einer Gesamtverkaufsfläche von 3.775 Quadratmetern neben einem Rewe-Markt, einer dm-Drogerie und einem kik-Textilmarkt auch den Fischstand der Familie Koelewijn beherbergen, der seinen Standort auf dem dortigen Parkplatz hatte, kündigt Sebastian Lüder von der Investorengruppe Lüder aus Hildesheim an: "Die Betreiber des Imbisses waren unsere ersten Gesprächspartner vor Ort. Es war klar, dass so ein etablierter Betrieb dabeibleiben muss." Entsprechend war Koelewijn-Mitarbeiterin Martina Stuart auch bei der Grundsteinlegung zugegen. Das neue Fischgeschäft wird eine Netto-Grundfläche von 70 Quadratmetern erhalten. Der Fischhandel Koelewijn ter Beek beschickt in der Region Nordhorn mit drei Fischverkaufswagen zahlreiche Wochenmärkte und Standorte vor Supermärkten. Die Eröffnung des neuen Centers sei für den Herbst 2016 geplant.
Im November diesen Jahres waren weltweit nahezu 200 Farmen nach den Standards des Aquaculture Stewardship Councils (ASC) zertifiziert, die zusammen fast 650.000 t Fisch und Seafood produzierten. Das teilt der ASC in seinem monatlich aktualisierten 'Certification Update' mit. In 54 Ländern der Erde waren 4.005 zertifizierte Produkte am Markt, 707 Unternehmen besaßen eine Produktkettenzertifizierung und 324 hielten ASC-Lizenzen. Auf Basis Menge waren 42% der zertifizierten Produkte Lachs, 27% Pangasius und 18% Tilapia, so dass auf diese drei Arten derzeit 87% ASC-Produkte entfallen.
Die Fische aus der Völklinger Meeresfischzucht werden jetzt auch über das Internet angeboten. Dorade, Wolfsbarsch und Gelbschwanzmakrele (Kingfish) können über die Seite www.gastro.lovefresh.de bestellt und am folgenden Tag an der Fischzuchtanlage der saarländischen Stadt abgeholt werden, meldet der Saarländische Rundfunk (SR). Das Angebot richte sich an Händler, Gastronomen und Privatpersonen. Die Erntemenge habe in den drei Monaten nach Kauf der Anlage bei vier bis fünf Tonnen pro Monat gelegen, soll jedoch jetzt auf zehn bis zwölf Tonnen pro Monat hochgefahren werden, zitiert der SR Geschäftsführer Peter Zeller. Parallel würden neue Besatzfische eingekauft, die ein Jahr bis zur Marktreife benötigen. Bis dahin würden die rund 150 Tonnen Fisch, die Zeller mit dem Kauf der Meeresfischzucht übernommen hatte, reichen. Er hatte mehrere 100.000 Euro in den Ausbau und die Optimierung der Zucht investiert.
Die Preise für Pangasius sind weiterhin extrem niedrig. In der ersten Novemberwoche (45. KW) kosteten 100% Pangasiusfilet (netto) FOB ab Ho-Chi-Minh-Stadt (HCMC) um die 1,90 Euro/kg bei Höchstpreisen von 2,10 Euro/kg, schreibt das Portal IntraFish. Dennoch sei die Nachfrage in Europa schwach, sagt Jeppe Brogaard, der für den dänischen Importeur Nowaco Pangasius und Tilapia einkauft. Stark sei die Nachfrage hingegen in China, Mexiko, Brasilien und Saudi-Arabien - Märkte, die jedoch nur sehr niedrige Preise zahlten. Die Züchter in Vietnam erhalten aktuell schätzungsweise zwischen 17.000 und 18.000 VND, etwa 0,70 und 0,74 Euro/kg, während die Produktionskosten für Pangasius bei 0,84 Euro/kg lägen. Rens Elderkamp, Key Account Manager bei Anova Seafood, verweist auf die weiterhin steigenden Preise für Kabeljau und Alaska-Seelachs, die Pangasius prinzipiell in eine bessere Position bringen.
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde, die U.S. Food and Drug Administration (FDA), hat in der vergangenen Woche den so genannten "Gen-Lachs" für die Produktion, den Verkauf und zum Verzehr zugelassen, meldet das Portal IntraFish. Damit kann der Produzent, das Biotechnologie-Unternehmen AquaBounty Technologies, gut 20 Jahre nach Antragstellung einen ersten Erfolg verbuchen. Der genetechnisch veränderte Lachs - Markenname: "AquAdvantage Salmon" - erreicht die angestrebte Marktgröße schneller als konventionell gezüchteter Atlantischer Lachs. Bernadette Dunham, Leiterin des Zentrums für Veterinärmedizin der FDA, erklärte, ihre Behörde habe die von AquaBounty zur Verfügung gestellten Daten und Informationen sorgfältig analysiert und bewertet und sei zu dem Schluss gekommen, dass der AquaAdvantage Salmon ohne Bedenken gegessen werden könne. Sein Fleisch sei genauso nahrhaft wie das von gentechnisch nicht veränderten Lachsen und weise im Nährwertprofil keine nennenswerten biologischen Unterschiede auf. Aufgrund der nicht vorhandenen Unterschiede zu anderen Atlantischen Lachsen müsse der Gen-Lachs im Handel auch nicht besonders gekennzeichnet werden.
Ein Anstieg der Meerestemperaturen in den Gewässern um die ostkanadische Insel und Provinz Prince Edward Island (PEI) könnte zu einem Wachstum der dortigen Hummer-Populationen führen. Diese Erwartung äußerten mehrere Wissenschaftler bei einem amerikanisch-kanadischen Symposium Anfang November in Charlottetown, schreibt The Guardian. Durch einen Anstieg der Wassertemperatur um 2,5 ºC würde die Hummerlarve, der "baby lobster" 20 Tage schneller wachsen und damit kürzere Zeit der Bedrohung durch Räuber ausgesetzt sein, meint Doktorand Ryan Stanley. Hummer ist mit einer Ausfuhrmenge von 2.800 t im Wert von 240 Mio. USD (2014) der wichtigste Seafood-Exportartikel der Golf-Region von Maine.
Der TK-Fischproduzent Pickenpack Europe hat Frank Klintworth (45) zu seinem neuen Verkaufsleiter ernannt, teilte Geschäftsführer Finnbogi Baldvinsson mit. Klintworth war schon von 2005 bis 2008 Keyaccount-Manager bei Pickenpack - Hussmann & Hahn Seafood gewesen, bevor er von 2008 bis 2014 die Geschäfte von Paul Langbein und Atlantis Seafoods (beide Bremerhaven) führte und zuletzt Vertriebsleiter beim Tiefkühlspezialisten Geti Wilba (Bremervörde) war. Frank Klintworth wird die Nachfolge von Annegret Kattau-Keck, die das Unternehmen im Dezember verlasse, ab 2016 in der Verkaufsleitung antreten, kündigt Baldvinsson an.
Das polnische Produktions- und Handelsunternehmen Ajtel S. J. Waldemar Ajtel & Jaroslaw Ajtel (Danzig) hat sämtliche Anteile des isländischen Kabeljauleber-Produzenten Ajtel Iceland übernommen, meldet das Portal IntraFish. Von der Übernahme verspreche sich Ajtel einen besseren Zugang zur Rohware, eine Produktionssteigerung auf Island auf mehrere Millionen Dosen pro Jahr sowie die Expansion in neue Märkte. Ajtel verarbeitet insbesondere Ostseefisch, vor allem Kabeljau, produziert aber auch Lachsfertiggerichte.
Der Nordische Maschinenbau Rud. Baader und die US-amerikanische JBT Corporation, beide international führende Anbieter von Technologielösungen, haben am Mittwoch den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung verkündet. "Die Wasserstrahltechnologie von JBT verbunden mit dem Know-how von Baader in der Fisch- und Geflügelverarbeitung eröffnet neue Chancen für die Kunden weltweit", teilt das Lübecker Unternehmen Baader mit. Auf dem Fischsektor stehe die Einführung einer Hochleistungsanlage mit integrierter Röntgentechnik von Baader und nachfolgender Wasserstrahlschneidetechnik von JBT bevor. JBT, gegründet 1880, liefert Verarbeitungssysteme in den Bereichen Portionierung, Kochen, Sterilisierung, Pasteurisation, Gefrieren und Verarbeitung flüssiger Lebensmittel. Mit seinem bildverarbeitungsgeführten DSI Wasserstrahlschneidsystem zum Portionieren und Trimmen ist JBT nach eigenen Angaben mit über 300 Installationen in den vergangenen 30 Jahren und einem internationalen Netzwerk aus Service- und Anwendungsspezialisten marktführend. Die Baader-Gruppe ist weltweit marktführend bei Fischverarbeitungsanlagen - ob an Land oder an Bord von Schiffen.
Griechenlands Aquakultur steht offenbar eine weitere Konsolidierungsrunde bevor, schreibt das Portal IntraFish. Nachdem unter den führenden Züchtern von Wolfsbarsch und Dorade schon Dias von Selonda und die Seafarm Ionian von Nireus übernommen worden war, könnte jetzt eine Fusion von Selonda und Nireus anstehen. Selonda ist als Übernahmekandidat interessant geworden, seit der Züchter ein Jahr nach Übernahme durch die Banken wieder Umsatz- und Gewinnplus melden kann. Der Umsatz sei seit Jahresbeginn gegenüber dem Vergleichsmonat 2014 um 20% auf 110 Mio. Euro gestiegen, das EBITA stehe bei 9,5 Mio. Euro (2014: -5,9 Mio. Euro) und der Nettogewinn betrage 5 Mio. Euro (2014: -13 Mio. Euro), teilt Selonda-CEO John Andrianopoulos mit. Auch Diaz entwickele sich gut, sagt er: die Fische würden gefüttert, die Mitarbeiter pünktlich bezahlt und die Exporte liefen normal. Die Folge: die Banken suchen Investoren, um ihre eigenen Anteile wieder abzustoßen. Ein Gebilde aus Selonda, Dias und Nireus würde 60% der griechischen Produktion kontrollieren und wäre der größte Züchter von Mittelmeerfisch in ganz Europa.