17.05.2021

Niedersachsen: Fischerei im Zeichen von Corona und Brexit

Die 123 Fischereifahrzeuge in den 21 niedersächsischen Hafenstandorten von Ditzum bis Cuxhaven konnten 2020 nicht ungehindert ihrer Fischerei auf Fisch, Muscheln und Nordseekrabben nachgehen, meldet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In der Kleinen Hochseefischerei waren die wichtigsten Zielarten wie schon in den Vorjahren Scholle, Kaisergranat, Seezunge und Steinbutt. Beim Kaisergranat führten die von Großbritannien und Irland ungebremst auf den europäischen Markt gebrachten Übermengen, bedingt durch Unsicherheiten angesichts eines drohenden No-Deal-Brexits, zu einem Preisverfall. Generell erwarten die deutschen Betriebe durch den Brexit-Vertrag dauerhafte Einbußen von 10 %, die teils nur durch einen Abbau der Flotte aufgefangen werden können.

In der Krabbenfischerei verbesserten sich die Umsätze im Vergleich zum historisch schlechten Vorjahr bei fast gleichen Anlandemengen und gestiegenen Erzeugerpreisen auf niedrigem Niveau um ca. 30 %. Angesichts der coronabedingten Einschränkungen in den Schälzentren in Marokko setzt die heimische Branche besondere Hoffnungen in die Entwicklung einer Pulmaschine zum "Kontaktlosen Entschälen mittels Ultraschall". 2021 soll der Bau eines Prototypen erfolgen, mit dem mittelfristigen Ziel, die Krabbenentschälung zurück in die Region zu holen. In der Muschelfischerei setzte sich der Negativtrend der letzten Jahre bei den niedersächsischen Betrieben auch 2020 fort. Hauptursachen bleiben die fehlende Stabilität der Kulturflächen und die mangelhafte Versorgung mit Jungmuscheln.

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