04.03.2022

Rügen: Aquaponik-Anlage setzt auf Soldatenfliege

Die Larven der Soldatenfliege stehen im Zentrum einer experimentellen ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion in Bergen auf Rügen. In der ehemaligen Produktionsstätte des Weichkäses "Rügener Badejunge" arbeiten Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) aus Dummerstorf bei Rostock an einem Forschungsprojekt, dessen Herz eine Aquaponikanlage für Speisefische ist. Das Wasser der Kreislaufanlage wird zur Algen-Produktion und zur Bewässerung von Heilkräutern und Obstpflanzen verwendet. An die Speisefische werden statt Fischmehl Larven der Soldatenfliege verfüttert. Die Larven, die so gut wie jedes Futter in hochwertiges Eiweiß umwandeln, sind mittlerweile als Futtermittel für Schweine und Hühner zugelassen und können so beispielsweise importiertes Soja ersetzen. Das FBN will im Laborversuch herausfinden, wie die Eiweißproduktion der Larven optimiert werden kann. Dabei sollen ausschließlich organische Rest- oder Nebenstoffe aus der Kreislaufanlage sowie Obstreste, Heureste und Reste aus der Bäckerei und der Bierbrauerei zum Einsatz kommen. Ziel sei nicht nur das optimale Wachstum der Larven, sondern auch Klimafreundlichkeit. Denn je nach Zusammensetzung des Futters werden unterschiedliche Mengen klimarelevanter Gase freigesetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit mehreren hunderttausend Euro.
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