08.01.2010

Spanien: Piraterie drückt die Thunfisch-Fänge

Spaniens Thunfisch-Frostfabrikschiffe haben 2009 erheblich weniger fangen können als ein Jahr zuvor. So wurde in den atlantischen Fanggebieten schätzungsweise 15 Prozent weniger gefangen. In manchen Weltregionen soll das Minus sogar bei 40 Prozent liegen. Ursachen der schlechten Ergebnisse seien die Piraten-Aktivitäten vor Somalia, periodische Fangverbote im Pazifik und der fehlende Zugang zu alternativen Fanggründen, schreibt Fish Information & Services (FIS).

Die Piraten hatten die Fangschiffe zeitweilig zum Ausweichen in Regionen gezwungen, in denen zu diesem Zeitpunkt keine optimalen Fangbedingungen gegeben waren. So musste die Flotte im Frühjahr nach einer Zahl von Angriffen in der Straße von Mosambik bleiben, jener Meerenge zwischen Ostafrika und der Insel Madagaskar. Als die Kriminellen witterungsbedingt von Juni bis September nicht ausfuhren, konnten die Thunfischfänger zwar normal fischen, doch gerade diese Monate sind gemeinhin nicht sehr einträglich. Nachdem am 2. Oktober die ‚Alakrana’ entführt worden war und 47 Tage lang vor Somalia festgehalten wurde, verließen die Fangschiffe die Fischereigebiete im Norden und Nordwesten der Seychellen und wichen in den zentralen Indischen Ozean aus, obwohl es dort zu dieser Jahreszeit keine Thunfisch-Schulen gibt.

Die im Pazifik operierende Flotte litt unter dem 2009 erstmals eingeführten zweimonatigen Fangstopp, der sukzessive von 59 Tagen 2009 über 62 Tage 2010 auf 73 Tage im Jahre 2011 verlängert wird. Die geringeren Fangmengen wurden auch noch von schlechteren Marktpreisen begleitet, insbesondere im letzten Quartal 2009. Zu allem Übel verkomplizierten gestiegene Schiffsdieselpreise die Situation.
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