21.07.2026
Bodensee: Felchen darf ab Mai 2027 wieder befischt werden
Seit Anfang 2024 gilt für Bodensee-Felchen ein Fangverbot. Doch jetzt gibt es erste Anzeichen für eine Bestandserholung des ehemals fischereilich wichtigsten Fischs in Deutschlands größtem See. Deshalb entschieden die Anrainerstaaten des Sees – Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein – bei einer Sitzung der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) Mitte Juni im bayerischen Wasserburg, die Fischerei am Obersee des Bodensees wieder zuzulassen. Ab kommendem Jahr dürfen die rund 50 Berufsfischer eingeschränkt, von Mai bis Ende August und nur an drei Tagen die Woche sowie mit weniger Netzen und größeren Maschenweiten, ihre Netze wieder auswerfen. Die neue Regelung soll zunächst bis Ende 2028 gelten.
Die leichte Erholung der Felchen-Population könnte auf einen drastischen Rückgang des Stichlingsbestandes im Bodensee zurückzuführen sein. Denn Stichlinge sind Fressfeinde des Felchens. Wissenschaftler vermuten, dass eine Seuche deren Population dezimiert hat. Allerdings sind Sachverständige im Januar auch zu der Einschätzung gekommen, dass der Felchen unter dem Klimawandel leide. Zum einen schlüpfen die Felchenlarven früher als üblich und finden zu diesem Zeitpunkt noch kein geeignetes Futter. Außerdem werde vermutet, dass Felchen aufgrund der zunehmenden Erwärmung nicht mehr in die oberen Wasserschichten schwimmen, in denen sie normalerweise Nahrung finden. Schließlich soll auch der Kormoran mehr Felchen aus dem Wasser holen als die Fischer.
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