03.04.2025

Bodensee: "Der Niedergang ist nicht mehr zu stoppen"

Die Fischerei auf Deutschlands größtem Binnensee ist weiter rückläufig. Im Jahre 2023 haben die Erträge der Fischer bei nur noch 133 Tonnen gelegen, schreibt die Frankfurter Rundschau. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor seien es noch 460 Tonnen Fisch (2013) gewesen. Auch die Zahl der Berufsfischer ist weiter gesunken: Waren es 2013 noch 112 und 2023 noch 64 in den drei Anrainerstaaten Deutschland, Österreich und der Schweiz, so wurden Ende vergangenen Jahres noch etwa 50 gezählt. "Der Niedergang ist nicht mehr zu stoppen", prognostiziert Roland Rösch, Vorsitzender des Landesverbandes der Berufsfischer und Teichwirte gegenüber der dpa. Um eine Existenz zu sichern, müsse ein Berufsfischer eigentlich mindestens fünf Tonnen Fisch jährlich fangen. Oft sei es inzwischen nur noch eine Tonne. "Man kann davon nicht mehr leben", konstatiert Berufsfischer Martin Boesenecker, der auch ein Fischgeschäft in Kressbronn am Bodensee besitzt. Die Fischerei sei schlichterdings unwirtschaftlich: Früher habe er drei Stunden gebraucht und 20,- Euro an Materialkosten gehabt, um 10 Kilogramm Fische zu fangen. Bei gleichem Zeit- und Kostenaufwand sei es heute nur noch ein Kilogramm. Kormorane, Quagga-Muschel und der niedrige Phosphatgehalt des Bodensees seien Ursachen für die sinkenden Fischbestände. Seit Anfang 2024 besteht ein dreijähriges Fangverbot für den Felchen, ehemals "Brotfisch" der dortigen Fischer. Entschädigungen für das Fangverbot erhielten die Fischer keine.
Bodensee: "Der Niedergang ist nicht mehr zu stoppen"
Foto/Grafik: 4028mdk09/Wikicommons
Die Fischerei auf Deutschlands größtem Binnensee ist weiter rückläufig. Als das Foto im Jahre 2012 aufgenommen wurde, gab es noch fast 120 Fischer aus den drei Anrainerstaaten, heute sollen es noch um die 50 Berufsfischer sein.
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