03.07.2026
Sylt: Wrack eines 1967 gesunkenen Krabbenkutters gefunden
Am 11. Januar 1967 sank der niederländische Krabbenkutter WR 6 "Pieter Albert" in einem schweren Sturm 15 Seemeilen vor der Südküste von Sylt – jetzt wurde nach 59 Jahren das Wrack gefunden, melden die Visserij Nieuws (VN). "Eine riesige Erleichterung, ich bin immer noch voller Adrenalin. Wirklich, kaum zu glauben, nach all den Jahren!" zitieren die VN Gert Lont (82), den Sohn des damals ums Leben gekommenen Kutterkapitäns Simon Pieter Lont. Als der Familienkutter unterging, ertranken neben dem Vater auch die Besatzungsmitglieder Piet Evers und Gerrit Boerdijk. Lont Junior war nur aufgrund eines Zufalls nicht mit an Bord, schrieb im Jahre 2024 der Amrumer Inselchronist Georg Quedens (94).
Denn die Leiche des Schiffsführers und das Rettungsfloß der WR 6 wurden Ende April 1967, also mehr als ein Vierteljahr später, auf Amrum angespült. Anhand einer Armbanduhr mit dem Namenskürzel "S. P. L." und eines Kleidungsstückes konnte der Tote bald identifiziert werden. Georg Quedens dokumentierte damals mit seiner Kamera die Leichenbergung. Die Suche nach WR 6 war Anlass für die Gründung der Stiftung zur Suche nach vermissten Personen auf See (OMV), zu deren Vorstand auch Gert Lont gehört. In den vergangenen Jahren konnte die OMV zwölf vermisste Schiffe aufspüren. Entscheidend für den Fund des Wracks war eine sogenannte Driftuntersuchung. Mithilfe von Daten der Wetterstation Sylt und der Gezeitenströmungen konnte die mögliche Position des Wracks erfolgreich zurückberechnet werden. Der 18 Meter lange Krabbenkutter liegt in 17 Metern Tiefe.
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