13.10.2021

Färöer: "Fisch sollte nicht fliegen"

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Im selben Monat, in dem der färingische Lachszüchter Bakkafrost den Kauf eines eigenen Frachtfliegers ankündigte, um seinen Lachs auf den US-Markt zu fliegen, fordert ein weiterer Lachszüchter von den Färöer Inseln, das Produkt überhaupt nicht per Flugzeug zu transportieren, schreibt das Portal IntraFish. Hiddenfjord setzt den Fokus auf diesen Verzicht und teilt bereits auf der Startseite seines Internetauftritts mit: "Wir verzichten seit 369 Tagen auf den Einsatz von Luftfracht". "Fisch sollte nicht fliegen", meint Atli Gregersen, der das beinahe 100 Jahre alte färingische Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Regin Gregersen führt.

Ein Norwegerlachs produziere bereits 7 kg CO2 je Kilo Lachs, bevor er seinen Zielmarkt erreiche. Die Luftfracht von Lachs an die US-Ostküste füge dieser Bilanz weitere 7 kg CO2 hinzu, beim Flugtransport nach Asien seien es insgesamt sogar 15 bis 20 kg CO2-Emissionen, meint Gregersen. Hiddenfjord hingegen verschifft seinen Zuchtlachs frisch an die Ostküste der USA, was inzwischen noch neun Tage – ehemals zwei Wochen – dauere. Der Schiffstransport addiere zu den rund 5,4 kg CO2 für die Produktion des Färöer-Lachses nach Berechnungen der norwegischen Forschungsorganisation Sintef nur 0,4 kg CO2 hinzu.

Obgleich Hiddenfjord seinen Lachs derzeit frisch versendet, glaube Atli Gregersen, dass die Zukunft hochwertigem gefrorenem, vakuumverpacktem Lachs gehöre. Hiddenfjord produziert rund 18.000 t Zuchtlachs per anno und meldet Umsätze zwischen 100 und 134 Mio. Euro.
Färöer: "Fisch sollte nicht fliegen"
Foto/Grafik: Hiddenfjord
"Fisch sollte nicht fliegen" – diese Ansicht vertritt der färingische Lachsproduzent Hiddenfjord mit Verweis auf den hohen CO2–Ausstoß, der mit der Luftfracht verbunden ist.
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