04.04.2025

Dänemark: CO2-Steuer treibt dänische Fischer ins Ausland

Die seit Jahresbeginn in Dänemark auch auf Schiffsdiesel erhobene CO2-Steuer führt dazu, dass die Fischer des Landes in erheblicher Zahl ausländische Häfen zum Löschen ihrer Fänge anlaufen, meldet der dänische Nachrichtendienst Fiskerforum. Anlandezahlen der dänischen Fischereibehörde dokumentieren, dass dänische Fischer in den beiden ersten Monaten des Jahres 2025 30 % mehr Fisch in ausländischen Häfen angelandet haben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den Fischereihäfen Dänemarks wiederum lagen die Gesamtanlandungen für Januar und Februar um 27 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. So wurde 31 % weniger Industriefisch und 12 % weniger Konsumfisch angelandet. Auf Basis Wert notierten die Auslandshäfen ein Plus von 36 Mio. DKK (= 4,8 Mio. Euro) bei Fisch dänischer Fangschiffe, in Dänemark wiederum gingen die Gesamtanlandungen wertmäßig um 46 Mio. DKK (= 6,2 Mio. Euro) zurück.

Das Fiskerforum betont, dass diese Zahlen "die größeren Auswirkungen auf die Fischereiindustrie verschleiern". Denn weniger Anlandungen bedeuteten auch weniger Beschäftigung für Betriebe, die den Fisch verarbeiten. Auch andere von der Fischerei lebende Branchen litten. "Gleichzeitig wird jener Teil der Fischereiflotte, der nicht die Möglichkeit hat, Öl in ausländischen Häfen zu bunkern, durch eine CO2-Steuer belastet, die selbst bei einer teilweisen Rückerstattung das Ergebnis gegen Null drückt", meint das Fischerei-Portal. Für letztere werde die Anlandung in dänischen Häfen unrentabel – und damit generell die Fischerei.
Dänemark: CO2-Steuer treibt dänische Fischer ins Ausland
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
Die seit Jahresbeginn in Dänemark auf Schiffsdiesel erhobene CO2-Steuer führt dazu, dass dänische Fischer verstärkt in Auslandshäfen anlanden – und dort Treibstoff bunkern. Foto: der Hafen der dänischen Insel Rømø im Jahre 2011.
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