Der japanische Thunfischverarbeiter Tosakatsuo Suisan ist mit seiner Pole and line-Fischerei auf Skipjack-Thun (Echter Bonito) in die Hauptphase einer Zertifizierung nach den Kriterien des Marine Stewardship Councils (MSC) eingetreten, teilt der MSC mit. Damit unterzieht sich eine zweite japanische Fischerei und weltweit erstmals eine Fischerei auf den Echten Bonito dieser Überprüfung ihrer Nachhaltigkeit. Die japanische Hochseefischerei auf Thun mit der Pole and line-Methode fängt jährlich etwa 60.000 bis 70.000 t, wovon 4.000 t (7%) auf die Fangschiffe von Tosakatsuo Suisan entfallen. Die Fischerei wird saisonal von November bis Mai im Südpazifik betrieben und wandert in den Monaten September und Oktober weiter in die Gewässer nördlich und östlich von Japan. Tosakatsuo verarbeitet ausschließlich erstklassigen Skipjack der Qualitätskategorie B-1, der sich für den Sushi- und Sashimi-Markt eignet. B-1 oder Brine First Class bedeutet, dass der am Haken gefangene Fisch lebend in Tanks mit Kältemischungen mit einer Temperatur von –20 °C geworfen und nach dem Gefrieren auf –50 °C gefrostet wird. Tosakatsuo produziert vor allem Tataki-Skipjack, wobei der Bonito über brennendem Stroh kurz angebraten wird. Ist die Zertifizierung, durchgeführt von Moody Marine, erfolgreich, öffnen sich dem Unternehmen auch international neue Märkte.
Ingenieure einer Fachhochschule im schweizerischen Bern entwickeln eine Sortieranlage für Zuchtstöre, die mit biometrischen Daten des Fischs arbeitet, schreibt die Zeitung ‚Der Bund’. In der Störzucht im Tropenhaus Frutigen (siehe auch FischMagazin 10/2008) müssen die Fische regelmäßig nach Größe sortiert werden, damit sie gleichmäßig aufwachsen können. Bisher erfolgt die Sortierung manuell. Nun haben drei junge Ingenieure vom Institut für mechanotronische Systeme der Berner Fachhochschule in Burgdorf einen Tunnel entwickelt, in dem die Fische fotografiert werden. Angelockt durch Strömung oder Dunkelheit, durchschwimmen die Störe die im Zuchtbecken installierte Anlage und werden bei Gegenlicht fotografiert, um eine scharfe Silhouette des Fischs zu erhalten. Die Elektroingenieure Thomas Fankhauser und Thomas Niederhauser sowie der Maschineningenieur Christian Wasserfallen wollen in einem nächsten Schritt den Fisch nicht nur anhand seiner Größe identifizieren, sondern mit Hilfe eines Musters, das die Störe auf Stirn und Seitenkiemen tragen. Sie gehen davon aus, dass dieses millimeterdicke Muster so einmalig ist wie der menschliche Fingerabdruck. Gelingt das Fotografieren mit einer hochauflösenden Digitalkamera, muss der Fisch nicht mehr mit einem Chip versehen werden, wie dies bislang geschieht. Ist das von der Förderagentur für Innovation des Bundes finanziell unterstützte Projekt erfolgreich, soll die Anlage weltweit vertrieben werden.
Die Mehrzahl der deutschen und niederländischen Krabbenfischer wird vorläufig an Wochenenden nicht mehr zum Fang hinausfahren, meldet die Emder Zeitung. Durch die dann etwa 20 bis 25 Prozent geringeren Krabbenanlandungen sollen die Preise stabilisiert werden. Momentan erhalten die Fischer je nach Größe etwa 1,60 bis 2,10 Euro pro Kilo. „Davon kann kein Betrieb existieren“, sagt Dirk Sander, Präsident des Fischereiverbandes Weser-Ems. Er und seine Kollegen fordern einen Preis von 3,00 bis 3,50 Euro je Kilo. Philipp Oberdörffer, Fachreferent Küstenfischerei bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erklärt, dass pro Kilogramm Krabben durchschnittlich drei Liter Kraftstoff benötigt werden. Bei Dieselpreisen zwischen 65 und 73 Cent pro Liter bleibe kein Geld mehr für Schiffsbesatzung, Versicherung, Steuern und das Leben der Familie. An der unbefristeten Aktion beteiligen sich vier Erzeugergemeinschaften, und zwar aus Schleswig-Holstein, die EG Weser-Ems sowie eine Organisation aus den Niederlanden. In Deutschland seien rund 90 Prozent der Fischer in Erzeugergemeinschaften organisiert, in den Niederlanden soll der Organisationsgrad geringer sein.
Workshops, in denen Messebesucher unter Anleitung von Experten die Geschichte und besondere Eigenheiten der Speisen kennenlernen, haben auf allen Slow Food-Messen Tradition. Auch auf der Slow Fisch, die von Freitag, 7., bis Sonntag, 9. November 2008 in der Messe Bremen stattfindet, kann verkostet und verglichen werden. Ab sofort ist die Anmeldung für folgende Geschmackserlebnisse möglich:
Weltweit arbeiten Forscher an nachhaltigen Formen der Fischzucht. Die Fernsehsendung Hitec stellt am kommenden Sonntag, den 19. Oktober (auf 3sat, 16:00 Uhr, Wiederholung vom 13.10.2008) ein Projekt des Amerikaners Cliff Goudey vor: Fischfarmen, die durch die Weltmeere treiben. Vor der karibischen Küste von Puerto Rico hat er als Prototypen dreißig Meter unter der Wasseroberfläche Kugelkäfige verankert, sogenannte Aquapods. Die Kugeln aus Kunststoff und Maschendraht haben bislang allen Belastungen standgehalten. In den Käfigen soll Cobia oder Offiziersbarsch gezüchtet werden. Die kühne Idee: die Käfige sollen mit den Meeresströmungen um die Welt geschickt werden und fast ohne Energieverbrauch, gesteuert von Propellern, in die Marktländer ziehen. Auf ihrer Reise wachsen die Fische auf Marktgröße heran. Das sei möglich, weil die Meeresströmungen alle Kontinente verbinden, gut bekannt und kalkulierbar sind. In zukünftigen Tests will Goudey die Käfige mit GPS ausstatten und sie mit Hilfe einer gespeicherten Routenplanung automatisch auf Kurs halten.
Klaus Hatlebrekke, Marktanalyst der norwegischen DnB-Bank und scharfer Beobachter der dortigen Lachsindustrie, warnte die Branche vor einer zu schnellen Ausweitung der Produktion. Hatlebrekke schließt sich damit dem ehemaligen Marine Harvest-Geschäftsführer Atle Eide an, der angesichts der drohenden globalen Rezession und schwindender Kaufkraft eine Nachfragedelle bei Zuchtlachs befürchte, schreibt die norwegische Zeitung IntraFish. Der DnB-Analyst wies darauf hin, dass schon im vergangenen Jahr 14% mehr Smolts ausgesetzt worden seien als 2006 und dass im laufenden Jahr offensichtlich wieder von 12% mehr Neubesatz ausgegangen werden müsse: „Wir haben ein unglaubliches Potential für Wachstum.“ Wenn der Fisch aufgrund höherer Wassertemperatur schneller als bisher auf Marktgröße abwachse, könnten die Märkte den Fisch eventuell nicht mehr aufnehmen: „Ein Wachstum von mehr als 10% pro Jahr ist riskant.“ In den letzten Jahren habe das Wachstum weltweit bei vier bis sieben Prozent gelegen. Allerdings hätten Norwegens Züchter Grund zu der Annahme, dass der Produktionsrückgang in Chile den Anstieg in Norwegen wettmachen werde.
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Island hat geschätzte 100.000 t Makrele außerhalb seiner Fangquote fast ausschließlich für die Fischmehlindustrie angelandet, um Druck auf die Europäische Union, Norwegen und die Färöer auszuüben, schreibt Fish Information & Services (FIS). Die Isländer hoffen, auf diese Weise einen Anteil an der Quote 2008 für die Makrele im Nordatlantik zu erhalten, die sich derzeit auf 398.000 t beläuft. In der Vergangenheit blieben die Makrelenschwärme den isländischen Hoheitsgewässern fern. Das Land habe darum weder die technische Ausrüstung noch die Kapazität, größere Makrelenanlandungen zu verarbeiten. Deshalb haben Islands Fischer ihre Makrelen für 15 bis 20% des Preises, den norwegische Produzenten zahlen, quasi „verramscht“. Durchschnittlich lag der Preis in Norwegen in diesem Jahr bei 1.100 €/t Makrele, in der letzten September-Woche waren 31.000 t sogar für 1.380 €/t im Schnitt verkauft worden. Island hingegen erlöste keine 200 Mio. € für die genannte Fangmenge, während der Marktwert zwischen 1,1 und 1,2 Mrd. € lag. Islands Anlandungen jenseits des Quotensystems müssen als politischer Protest gewertet werden, um die übrigen Nationen zu drängen, dem Land einen Anteil an der Makrelenquote zuzubilligen, meint FIS-Autor Terje Engoe.
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Erstmals ist ein deutscher Fischfangbetrieb mit dem Umweltsiegel des MSC ausgezeichnet worden, teilt die Organisation mit. Seelachs aus den Fängen der Kutterfischzentrale, Cuxhaven, ist ab sofort im deutschen Handel erhältlich. Seelachs zählt mit einem Marktanteil von 3,3% zu den wichtigsten Konsumfischarten in Deutschland. Die Nachhaltigkeit der Fischerei ist in mehrfacher Hinsicht gewährleistet. So arbeitet Kutterfisch ausschließlich mit großmaschigen Netzen, die Jungfischen ein Entweichen ermöglichen. Da Seelachs ein Schwarmfisch ist, der nicht mit anderen Fischarten schwimmt, ist der Beifang sehr gering. Die Netze werden ausschließlich über steinigen Untergrund gezogen, der wenig empfindlich ist. Sie verwenden außerdem leichte Netze mit Rollengeschirr statt Eisenketten und befahren immer wieder dieselben Routen. Die Auswirkungen des Fangbetriebes auf den Meeresboden sind somit gering. Das leichte Fanggeschirr sorgt zusätzlich für einen niedrigen Dieselverbrauch. Angesichts der Zertifizierungskosten von rund 100.000 € erwarten die Großhändler einen Aufschlag von rund zehn Cent pro Kilo zertifizierten Seelachses, erklärte Kai-Arne Schmidt von der Kutterfisch-Geschäftsführung gegenüber den Cuxhavener Nachrichten. Geschäftsführer Horst Huthsfeldt wies jedoch daraufhin, dass Voraussetzung für den Thekenverkauf im Fischfachhandel sei, dass auch das jeweilige Fachgeschäft eine MSC-Zertifizierung besitze.