Die vietnamesische Pangasius-Industrie leidet unter fehlender Frostlager-Kapazität. Aufgrund nicht hinreichend vorhandener Kühlhäuser seien die Produzenten einem volatilen Weltmarkt mit seinen derzeit niedrigen Pangasius-Preisen ausgeliefert, berichtet die Vietnam News Agency. In einer der Hauptproduktionsregionen, dem Mekong Delta, stehen einer Produktionskapazität von 2.000 bis 3.000 t täglich Kühllagerflächen für insgesamt nur 5.000 t gegenüber, die sich auf ein Dutzend Lagerhäuser verteilen. Fehlendes Kapital habe die Erzeuger bisher gehindert in TK-Lager zu investieren. Das ändere sich gegenwärtig. Die Binh An Seafood Processing Plant in der Provinz Southern Can Tho kann bisher, obwohl mit einer Tagesproduktion von 300 t einer der größten Pangasius-Produzenten Vietnams, nur 2.500 t lagern. Jetzt will Binh An in ein Kühlhaus für 5.000 t investieren. Wettbewerber Agifish baut im Hafen von Vam Cong momentan ein 10.000 t-Kühllager – nach Vollendung das größte im Delta. Dennoch benötige alleine das Mündungsgebiet des Mekong Lagerraum für weitere 50.000 bis 100.000 t, wenn das Problem der Preisfluktuationen gelöst werden solle. Da für 10.000 t Kapazität rund 1,1 bis 1,5 Mio. € Investitionsvolumen erforderlich seien, fordere der Sektor von der Regierung Investitionsanreize, u.a. vergünstigte Kredite.
Die französische Hypermarkt-Kette Carrefour, zweitgrößter LEH-Spieler weltweit, will einen Teil seiner Shrimps in Thailand zukünftig direkt ab Farm kaufen, schreibt die Bangkok Post. Carrefour beabsichtigt, ein Team zur Kaset Somboon Farm zu schicken, um die Aufzucht und die Garnelen-Produkte auf Einhaltung der Produktionsstandards und eventuelle Chemikalienbelastung zu überprüfen. Vanich Sowanapreecha, Inhaber der Zucht mit mehr als 20 Teichen, erklärte, Foodservice-Unternehmen, Super- und Hypermärkte würden sich vermehrt direkt an die Farmen wenden, um ein Plus an Frische, vernünftige Preise und eine verbesserte Qualitätskontrolle zu gewährleisten. Carrefour könne von ihm bis zu 10.000 t Garnelen erhalten, wobei er angesichts dieser Menge eventuell auch bei anderen Farmern zukaufen müsste. Auch Sureerath Farm in Chanthaburi beliefert Supermarktketten in Thailand (Tops, Villa Supermarkets, Siam Paragon) direkt mit Bio-Garnelen. Ein Sprecher des thailändischen Fischereiministeriums ermutigte die Züchter, Foodservice-Kunden im Umkreis von zehn Stunden Transportdauer direkt mit frischen Shrimps zu beliefern.
Die Frische-Paradies-Gruppe hat den Wiener Eurofisch-Supermarkt in Wien-Meidling übernommen, meldet der Österreichische Rundfunk (ORF). Schon ab Mitte Oktober (42. KW) sollen in dem rund 1.400 Quadratmeter großen Markt nicht mehr nur Fisch und Meeresfrüchte, sondern auch Fleisch, Geflügel, Wurst- und Terrinenspezialitäten, Käse, Pasta und Gebäck angeboten werden, insgesamt etwa 5.000 Artikel. Das dem Markt angeschlossene Restaurant „Blue Marlin“ werde weitergeführt, allerdings mit einem neuen Küchenchef. Der Eurofisch-Betreiber hatte vor einigen Wochen Konkurs angemeldet.
Islands Regierung hat 75 Prozent der Bank Glitnir, drittgrößtes Kreditinstitut des Landes, übernommen, meldet die norwegische Zeitung IntraFish. Der Marktwert der Bank beträgt etwa 600 Mio. €. Ohne die staatliche Intervention wäre Glitnir innerhalb weniger Wochen bankrott gewesen, sagte der Leiter der isländischen Zentralbank (Sedlabanki) David Oddsson. Glitnir verzeichete für das zweite Quartal 2008 Gewinneinbrüche von 20 Prozent. Nachdem die isländische Krone gegenüber dem US-Dollar seit Jahresbeginn um 60 Prozent an Wert verloren hatte, litten die isländischen Banken zunehmend unter ihrer Auslandsverschuldung und erschwertem Zugang zu frischem Kapital. Glitnir zählt unter anderem die Hälfte der weltweit führenden 100 Seafood-Unternehmen zu ihren Kunden. Die Übernahme werde weder die strategische Ausrichtung noch das Tagesgeschäft der einflussreichen Seafood-Abteilung beeinträchtigen, beruhigte Jon Gardar Gudmundsson, Glitnir-Geschäftsführer für Asien und Lateinamerika. Glitnir will auch mit seiner internationalen Expansion fortfahren. Erst kürzlich hatte die Bank neue Mitarbeiter unter anderem in Peru, Chile und Indien eingestellt.
Der erst Ende 2007 gegründete schottische Lachsverarbeitungsbetrieb von Lighthouse Caledonia – eine Kooperation der vormaligen Lachsproduzenten Pan Fish Scotland und Fjord Seafood Scotland – steht nach eigenen Angaben möglicherweise vor dem Aus, meldet Fish Information & Services (FIS). Den 130 Mitarbeitern in Stornoway, Hauptort der Hebriden-Insel Lewis, sei mitgeteilt worden, dass ein Modernisierungsstau und aktuelle Probleme bei der Rohwarenversorgung die Einstellung des Schneidebetriebs im ersten Halbjahr 2009 zur Folge hätten. Derzeit verhandelt Unternehmenssprecher Russell Ferguson mit Politikern und Behördenvertretern über eine Sanierung des größten Arbeitsgebers auf der Insel. In jedem Fall werde Lighthouse Caledonia weiterhin Lachs farmen.
Das Investment-Unternehmen IFR Capital unter Führung von Heiner Kamps konnte Umsatz und Gewinn in den ersten sechs Monaten erheblich steigern, heißt es in einer IFRC-Mitteilung. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 von 5,0 Mio. € auf 15,5 Mio. € auf der Basis eines Umsatzes von 374 Mio. € (2007: 164,3 Mio. €). Bis Jahresende erwartet Heiner Kamps unter Berücksichtigung der Saisonalität des Geschäfts ein Betriebsergebnis von 52 Mio. € bei Umsätzen von 763 Mio. €. Zur IFR Capital gehören Nordsee, Homann, die Bäckerei Bastian’s und Hamker Lebensmittel. Das EBITDA der Nordsee in Deutschland und Österreich verbesserte sich um 2 Mio. € von 6,6 Mio. € auf 8,6 Mio. €. Nordsee expandiert in den Mittleren Osten und nach Osteuropa. Zuletzt wurden Filialen in den Hauptstädten Budapest, Bukarest und Prag eröffnet, im November soll ein Geschäft in Dubai folgen, in naher Zukunft solle der türkische Markt angegangen werden. Die Abteilung Homann/Hamker notierte bei Verkäufen von 209 Mio. € ein EBITDA von 6,8 Mio. €. Um die Marke Homann zu stärken, wurden 5 Mio. € in eine Werbekampagne im deutschen Fernsehen investiert.
Die Tiefseegarnelen-Bestände um Grönland brechen offenbar weg. Damit verliert die zu Dänemark gehörende autonome Region eine wesentliche Quelle ihres Wohlstandes, schreibt Fish Information & Services (FIS). Die Fischerei insgesamt mache noch 90% der grönländischen Exporte aus und davon wiederum erwirtschaften Garnelen mehr als 50% der Ausfuhrerlöse. Doch die Fangmengen gingen von 150.536 t im Jahre 2005 auf 139.500 t im vergangenen Jahr zurück. „Wir konnten unsere Quote nicht ausfischen“, klagt ein Fischer. Die Ursache des Rückgangs sei unklar, sagt Helle Siegstad, Biologe am grönländischen Institut für natürliche Ressourcen (INR). Grund könne eine Kombination aus globaler Erwärmung und der Rückkehr des Kabeljaus in grönländische Gewässer sein. Siegstad empfiehlt eine Senkung der Fangquote auf 110.000 t: „Andernfalls könnten die Bestände in vier bis fünf Jahren auf 40.000 t einbrechen.“ Mancher Grönländer hofft, dass die wachsenden Kabeljaubestände die Einbußen bei der Garnelenfischerei wettmachen können. Doch Außen- und Finanzministerin Aleqa Hammond warnt davor, den Kabeljau schon jetzt intensiv zu befischen. In den kommenden fünf bis zehn Jahren werde es nicht genug Kabeljau geben, um die möglichen Verluste bei der Shrimp-Fischerei zu kompensieren, sagte sie und wandte sich gegen eine Regierungsentscheidung, die Kabeljau-TAC von derzeit null auf 15.000 t zu heben.
Am Montag, den 29. September, um 22:55 Uhr wird auf Sat. 1 eine Dokumentation über eine Fangreise des Hochseekutters „Susanne“ ausgestrahlt, kündigen die Cuxhavener Nachrichten an. Sechs Schiffe dieser Art gibt es heute noch in Cuxhaven, vor rund 20 Jahren waren es mehr als 70. Die „Susanne“, 36 Meter lang, sechs Mann Besatzung, fängt unter Kapitän Manfred Rahr in dem Dreieck zwischen Norwegen, den Shetland-Inseln und den Färöer-Inseln Seelachs. Die Arbeit an Bord ist riskant: der Beruf des Hochseefischers gilt als einer der gefährlichsten überhaupt. (im Bild: das Schwesterschiff „Bianca“)
Im Nordostatlantik werden Fischereimanagement und Umweltschützer in Zukunft kooperieren. Die Nordostatlantische Fischereikommission (NEAFC) und die für den Schutz und die Erhaltung derselben Meeresregion zuständige OSPAR-Kommission haben eine Vereinbarung für ihre Zusammenarbeit unterzeichnet, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Bisher hatte der Eindruck entstehen können, dass beide Organisationen unterschiedliche Ziele verfolgen. Tatsächlich gehe es sowohl NEAFC und OSPAR darum, das Leben im Meer zwischen Nordpol und Azoren zu bewahren. Beide Kommissionen haben freien Informationsfluss vereinbart und wollen zukünftig auch andere menschliche Aktivitäten beleuchten, die die Meeresumwelt beeinflussen. Die Zusammenarbeit soll das Wissen beider Seiten um die Fischbestände und andere Meerespopulationen stärken. Kjartan Hoydal, NEAFC-Sekretär, und Prof. David Johnson, Geschäftsführer der OSPAR-Kommission, lobten die Absichtserklärung als „bedeutsamen Moment“.
Vietnams Regierung will mit strengeren Kontrollen der heimischen Pangasius-Produzenten auf wiederholte Beschwerden aus den Exportländern reagieren, kündigte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Luong Le Phuong an. „Wir waren bei der Gewährung von Exportlizenzen gelegentlich etwa zu lasch“, zitiert Fish Information & Services (FIS) Phuong auf einer Konferenz, die Vietnams Vereinigung der Seafood-Exporteure und -Verarbeiter (VASEP) organisiert hatte. Einige Exporteure hätten Zertifizierungen beantragt, ohne Proben zu liefern, andere hätten durch Bestechung eine Ausfuhrgenehmigung erhalten. Jetzt soll es Zertifikate nur geben, wenn Inspektoren zuvor Proben direkt in der Fabrik gezogen haben. Außerdem sollen Betriebe unangekündigt kontrolliert werden.