02.04.2025

USA: Seafood-Lieferanten, denen Strafzölle drohen könnten

Die USA sind wie zahlreiche andere Länder auch in hohem Maße von Seafood-Importen abhängig. Bis zu 80 % der in den Vereinigten Staaten konsumierten Fisch- und Seafood-Produkte werden eingeführt. Entsprechend sei es nicht erstaunlich, dass sich die Fischwirtschaft des Landes ungeachtet der jeweiligen politischen Einstellungen gegen die Blanko-Zölle ausspreche, die US-Präsident Donald Trump im Rahmen seines Handelskrieges vorgeschlagen habe, schreibt das Portal IntraFish. Am stärksten belaste derzeit offenbar die Ungewissheit, welche Lieferländer demnächst betroffen sein werden. Bislang litten nur Seafood-Importe aus China unter zusätzliche Zöllen. Denn die angedrohten Zölle in Höhe von 25 % auf sämtliche Waren aus Kanada und Mexiko sind bislang noch nicht realisiert. Obgleich die Trump-Administration für heute, den zum "Tag der Befreiung" ausgerufenen 2. April eine Anzahl neuer Zölle angekündigt hat, gibt es bislang keine Details zu betroffenen Waren oder Ländern. Vergangene Woche hatte US-Finanzminister Scott Bessent erklärt, dass Trump sich auf die "Dreckigen 15" konzentrieren wolle: Jene 15 % der Länder, bei denen die USA die größten Handelsbilanzdefizite aufwiesen. IntraFish hat eine Liste jener Länder erstellt, die zum einen den Einfuhrwert für Seafood aufführt, zum anderen das US-Handelsbilanzdefizit in dieser Warenkategorie.

Mit Blick auf die bei US-Verbraucher:innen beliebtesten Fische und Meeresfrüchte ist nicht erstaunlich, dass sich auf der Liste die Lieferanten von Farmlachs befinden, an der Spitze Chile, aber auch Kanada, Norwegen und Island. Außerdem sind es Produzenten von Shrimps wie Ecuador, Indien, Indonesien, Vietnam und Thailand. Nur zwei EU-Mitgliedsstaaten führt die Liste auf, nämlich Spanien und die Niederlande. Addiert stünden die 27 EU-Staaten allerdings wiederum für einen Einfuhrwert von 1,34 Mrd. USD, so dass sie als Block der achtgrößte Seafood-Lieferant wären, noch vor Norwegen.

Allerdings gebe es, so IntraFish, derzeit keinen Hinweis darauf, dass das Handelsbilanzdefizit bei Seafood in irgendeiner Form in den Fokus der US-Zollpolitik geraten könne. In der Vergangenheit war dies nur der Fall bei dem Handelsbilanzdefizit der USA gegenüber der EU im Bereich Muscheln. Denn während die EU beim Export von Schalentieren in die USA keine Beschränkungen erfahre, dürften nur zwei von 48 US-Bundesstaaten Muscheln in die Gemeinschaft liefern. Das bescherte den USA 2023 nach Angaben des Weißen Hauses ein Bilanzdefizit von rund 236 Mio. USD.
USA: Seafood-Lieferanten, denen Strafzölle drohen könnten
Foto/Grafik: x
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