08.03.2022

Vietnam: Pangasius- und Thunfisch-Export nach Russland bricht ein

Vietnam war zuletzt der drittwichtigste Weißfisch-Lieferant für den russischen Markt. Jetzt haben der Ausschluss der russischen Banken von Swift, Störungen beim Schiffstransport und hohe Preise die Ausfuhr nach Russland so gut wie zum Erliegen gebracht. Im Jahre 2021 hatte Vietnam Fisch im Wert von 29,9 Mio. Euro nach Russland exportiert – ein Plus gegenüber 2020 um 73 Prozent – und lag damit an dritter Stelle hinter China und Argentinien. Die Corona-Pandemie habe positive Auswirkungen auf die Nachfrage nach gefrorenen Pangasiusfilets gehabt. Insofern habe Vietnam Russland als einen Markt mit "großem Potential und Nachfrage" bewertet, teilt Ta Ha mit, Marktexperte beim Vietnamesischen Verband der Exporteure und Erzeuger von Meeresfrüchten (VASEP).

Doch nach Putins Einmarsch in die Ukraine ist der Pangasius-Markt eingebrochen. Seit der Westen Finanzsanktionen gegen russische Banken eingeführt hat, ist der Kurs des russischen Rubels um fast 30 Prozent gegenüber dem US-Dollar gefallen. Die Folge: Viele russische Importeure wollen die geforderten Preise nicht mehr zahlen. Und selbst wenn sie wollten, stünden kaum mehr Zahlungswege zur Verfügung, seit Russland vom internationalen Bankensystem ausgeschlossen worden ist. Außerdem haben viele der weltweit führenden Containerlinien angekündigt, dass sie keine Container für Russland mehr annähmen: Das Risiko, dass diese in Rotterdam gestoppt würden, bevor sie die beiden wichtigsten russischen Seehäfen St. Petersburg und Wladiwostok erreichen, sei zu hoch. Eine dritte Hürde sei ein Preisanstieg für unverarbeiteten Pangasius aus dem Mekong-Delta. Aufgrund geringen Angebots koste er aktuell 32.000 VND, gut 1,29 Euro/kg. Betroffen von dieser Situation sei auch Vietnams Thunfischexport nach Russland, ein mit Umsätzen von 12,9 Mio. Euro (2021) allerdings kleinerer Markt, der zuletzt 2 Prozent der Seafood-Exporte des Landes ausmachte.
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