Der norwegische Kabeljau-Farmer SpoNFish hat den Fischverarbeiter Brodrene Hveding für 1 Mio. € übernommen. Brodrene Hveding mit Sitz in Tysfjord ist Norwegens größter Produzent von Lutefisk, einem traditionellen luftgetrockneten Weißfisch, der in einer Lauge aus Birkenasche oder Ätznatron gewässert wird. Der Produzent setzt mit 14 Beschäftigten jährlich 3,3 Mio. € um. SPoNFish, Kirkenes, ist einer von Norwegens führenden Kabeljau-Züchtern, der insgesamt 27 Farmlizenzen in den nordnorwegischen Regionen Finnmark und Nordland hält. Die Gruppe, die 25 Mitarbeiter hat, meldete für 2007 einen Umsatz von 1,2 Mio. €.
Die europäische Aquakultur hat im vergangenen Jahr Fisch und Seafood im Wert von 3,5 Mrd. € (1. Handelsstufe) produziert, teilt die Föderation der Europäischen Aquakultur-Produzenten (FEAP) mit. Die Mitglieder der Vereinigung ernteten zusammen 1,4 Mio. t Fisch, wobei die Hälfte dieser Menge bei einem Anteil von 68% am Gesamtwert aus Norwegen stammte. Die FEAP veranstaltete Ende Mai anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens eine viertägige Konferenz auf den Kanarischen Inseln, zu der die Vereinigung der spanischen Fischzüchter Apromar eingeladen hatte, schreibt die norwegische Zeitung IntraFish.
In der Bucht von Biskaya soll innerhalb der kommenden vier Jahre eine Erbrütungsfarm für Kabeljau entstehen, meldet Fish Information & Services (FIS). Der Fischverarbeiter und -händler La Bacaladera SAU und die Stiftung ‚Sea and Food Industry Research Foundation’ (AZTI-TECNALIA) unterzeichneten ein entsprechendes Übereinkommen. In diesem Rahmen sollen vorbereitend das Fischereimanagement für Kabeljau und die Verarbeitung des Fischs in Grönland studiert und zwei Betriebe auf der Insel, in Qassimiut und in Narsarmijit, evaluiert werden.
Schwedens Supermarktketten haben ihre Fisch-Einkaufspolitik in den vergangenen zwei Monaten offensichtlich erheblich geändert, seit die Umweltschutzorganisation Greenpeace im März auch in dem skandinavischen Land ein Ranking der LEH-Filialisten nach dem Kriterium nachhaltige Seafood-Beschaffung erstellt hatte. Sechs von sieben Ketten hätten den Verkauf von Arten, die auf Greenpeace’s Roter Liste stehen, eingestellt, schreibt die norwegische Zeitung IntraFish. So habe die BergendahlsGruppen, Eigentümer der City Gross-Supermärkte, sämtliche Warmwassergarnelen ausgelistet. Auch ICA, die Vi-Gruppe und Axfood, Eigner von Hemkop und Willy’s, sollen ihre Einkaufspolitik auf Nachhaltigkeit umgestellt haben. Der Tabellen-Letzte Netto hatte angekündigt, in fünf Jahren nur noch MSC-zertifizierten Fisch handeln zu wollen. Die COOP Schweden hat den Schwenk bisher noch nicht vollzogen, wolle jedoch im September folgen. Greenpeace-Meeresexperte Staffan Danielsson sagte, nach Mitteilung mehrerer Supermarktketten sei das Interesse an nachhaltig gefischten Meeresprodukten noch nie so groß gewesen wie derzeit.
Die Grieg Seafood-Tochter Hjaltland hat auf den Shetland-Inseln den Lachszüchter Collarfirth Salmon übernommen und damit drei Lachsfarm-Lizenzen gekauft, meldet Fish Information & Services (FIS). Hjaltlands Produktionskapazität erhöht sich um 2.100 t auf 21.000 t. Gemeinsam mit den Schwesterunternehmen Lerwick Fish Traders und Shetland Products kontrolliert das Unternehmen Produktion und Vermarktung von mehr als einem Drittel der shetländischen Lachszucht.
Vom 2. bis 6. Juni tagt in Bremen der Unterausschuss Fischhandel der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Die internationale Fischereitagung, deren Organisation die MGH Messe- und Ausstellungsgesellschaft Hansa GmbH übernommen hat, findet seit 1996 regelmäßig in Bremen statt. In diesem Jahr kommen Vertreter aus 79 UNO-Mitgliedsstaaten und von Nichtregierungsorganisationen ins Park Hotel, um Themen wie verantwortungsvollen Fischhandel, Marktzugangsvoraussetzungen oder die Vereinheitlichung von Fangdokumentationssystemen zu diskutieren. Die FAO hat sich zum Ziel gesetzt, die weltwirtschaftliche Entwicklung zu fördern und weltweit zu einem höheren Lebensstandard, zur besseren Ernährung und zur Überwindung von Hunger und Unterernährung beizutragen. Zu diesem Zweck erhebt und analysiert sie Daten und verbreitet Informationen zu Ernährung, Land- und Forstwirtschaft und Fischerei. Darüber hinaus definiert sie internationale Standards und trägt zur Gestaltung internationaler Übereinkommen und Vereinbarungen bei.
Die ersten Heringsanlandungen für die Matjes-Produktion haben bei den niederländischen Verarbeitern Nervosität aufkommen lassen: die ersten Heringe sind größer als die gewünschte Sortierung von sieben Fischen je Kilogramm. Sie können verwendet werden, seien aber nicht perfekt, schreibt Fish Information & Services (FIS). Die Heringe des ersten Fangs für die Matjes-Verarbeitung wogen im Schnitt 190g, die Tonne wurde für 571,- € verkauft, teilt die Auktion Norges Sildesalgslag mit.
Eine Untersuchungskommission des russischen Innenministeriums beschuldigt den US-amerikanischen Geschäftsmann Arkadi Gontmakher, in den Jahren 2006 und 2007 fast 23.000 Tonnen Königskrabben mit einem geschätzten Marktwert von mehr als 200 Mio. USD (127 Mio. €) illegal in die USA exportiert zu haben. Das teilt Fish Information & Services (FIS) unter Berufung auf einen Bericht der Associated Press mit. Gontmakher ist Geschäftsführer von Global Fishing, einem der größten Königskrabben-Importeure in den USA. Die Krebstiere wurden jedoch von einem russischen Partnerunternehmen, Eastern Fish Resources, schwarz gefischt. Eastern Fish verfügt über eigene Quoten. Die von Gontmakher exportierte Menge entspreche jedoch der siebenfachen legalen Fangquote und stehe für etwa 40% aller in die USA exportierten russischen Königskrabben. In den USA brachen die Preise für die Spezies in jenen Jahren aufgrund der großen Einfuhrmengen ein. Gontmakher, gegen den in Russland Anklage wegen Schwarzfischerei und Geldwäsche erhoben werden soll, befindet sich dort seit September in Haft, wobei unbekannt ist, wo er einsitzt und ob er einen Anwalt hat.
Das weltweite Wachstum der Aquakultur werde nicht unter einem Mangel an Fischfutter leiden, meint die Internationale Fischmehl- und Fischöl-Föderation (IFFO). IFFO-Generaldirektor Jonathan Shepherd sprach auf der Konferenz „Aquaculture UK 2008“ im schottischen Aviemore über die globale Entwicklung der Fischmehlpreise in den vergangenen Jahren, zitiert in der norwegischen Zeitung IntraFish. Noch im Jahre 2002 lag der Preis für Fischmehl durchschnittlich stabil bei 382 €/t, bis um 2005 die steigende Nachfrage aus China die Preise in die Höhe schnellen ließ. Mitte 2006 erreichten die Preise mit etwa 827 €/t ihr vorläufiges Maximum. Zahlreiche Verwender, insbesondere Chinas Schweineproduzenten, stiegen angesichts der Preise auf alternatives Futter um, so dass Fischmehl 2007 nur noch 503 €/t kostete. Inzwischen steigen die Proteinpreise wieder weltweit und liegen derzeit bei etwa 573 €/t. Während viele Tierzüchter auf andere Futter umsteigen können, ist die Aquakultur auf Fischmehl angewiesen, da viele Fischarten ein sehr enges Nahrungsspektrum haben. Die Folge: während die Aquakultur im Jahre 2000 nur 34% des global produzierten Fischmehls konsumierte, hat sich der Anteil auf inzwischen über 62% erhöht. Shepherd glaubt jedoch, dass insbesondere Marktgesetze und technischer Fortschritt verhindern werden, dass die Ausweitung in absehbarer Zukunft unter Futtermangel leiden werde.
Lachszüchter Marine Harvest will seine Lachsverarbeitung in Norwegen ausbauen, während die Weißfisch-Industrie ihre Verarbeitung angesichts explodierender Löhne zunehmend ins Ausland verlegt hat. Das meldet die norwegische Zeitung IntraFish. 37 Prozent des im vergangenen Jahr in Norwegen selbst konsumierten Fischs und Seafoods wurden in einem anderen Land verarbeitet, sagt Edgar Henriksen, Mitarbeiter des Fischereiforschungsinstituts Nofima (Tromsø). Das sei ein Anstieg gegenüber 1996 um 46 Prozent. Und angesichts weiter steigender Löhne insbesondere auch im Norden Norwegens werde dieser Trend anhalten. Während im Jahre 2000 noch 14.000 Menschen in der norwegischen Fischwirtschaft beschäftigt waren, wurden dort im Jahre 2006 nur noch 10.000 Arbeitskräfte gezählt. Arne Hjeltnes, PR-Direktor bei Marine Harvest, kündigte jedoch an, sein Unternehmen wolle soviel Lachs wie möglich am Ursprung schneiden, um die Frachtkosten zu senken. „Für das Filetieren im Heimatland sehen wir ein großes Potential, da es große Vorteile mit sich bringt“, sagte Hjeltnes.