Der westliche Teil der nordostatlantischen Makrelenfischerei unter dem Management der Irish Pelagic Sustainability Association (IPSA) ist in die Hauptphase der Zertifizierung nach den Kriterien des Marine Stewardship Councils (MSC) eingetreten. IPSA vertritt 17 Multifunktionsschiffe, teils in irischer Eignerschaft, teils von Iren betrieben, die eine Fangquote von 6.500 t auf sich vereinen. Das entspricht einem Anteil von 13% an der gesamten irischen Makrelenquote von derzeit 49.643 t. Gavin Power, kommissarischer Geschäftsführer der IPSA, betonte, dass es zunehmend wichtiger werde, den Kunden gegenüber die Nachhaltigkeit der Fischerei zu demonstrieren. Die Fangschiffe operieren in der Nordsee und im Atlantik von Irland im Norden bis zu Biskaya im Süden. Dabei fischen die Boote einzeln oder paarweise mit Schleppnetzen. Die Makrele wird überwiegend exportiert, vor allem als Frostware, wobei größere Sortierungen nach Russland und Japan verkauft werden, Fische mittlerer und kleinerer Größe außerdem in die EU, nach Ägypten und Westafrika. Mit Aufnahme der IPSA-Fischerei in das MSC-Programm betreut die Organisation derzeit sieben Makrelenfischereien, sagte Rupert Howes, Geschäftsführer des MSC.
Taucher der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben im Hafen der portugiesischen Stadt Aveiro mit Ketten die Schrauben von vier Fangschiffen blockiert, denen international illegale Fischerei vorgeworfen wird. Die vier Schiffe der Grupo Silva Vieira – Red, Caribe, Brites und Aveirense – stehen nicht nur auf der „Schwarzen Liste“, die Greenpeace jüngst in aktueller Version veröffentlichte, sondern auch auf einschlägigen Listen der Nordostatlantischen Fischereikommission (NEAFC) sowie der Europäischen Union. Die Schiffe fischen ohne Flagge oder legale Quote, verwenden illegales Fanggerät, fahren unter verschiedenen Namen und verstoßen gegen weitere internationale Vorschriften. „Es ist empörend, dass Piratenschiffe noch immer in europäischen Häfen bedient werden“, sagte Farah Obaidullah, International Ocean-Campaigner bei Greenpeace. Greenpeace foderte Portugals Fischereiminister auf dafür zu sorgen, dass den vier Fangschiffen in Zukunft keine Fangaktivitäten mehr möglich sind. Die Reederei wies den Vorwurf der „Piratenfischerei“ zurück.
Russland hat entschieden, seine fischereilichen Fangquoten von der bisherigen fünfjährigen Dauer auf eine Gültigkeit von zehn Jahren zu verlängern, schreibt die norwegische Zeitung IntraFish. Das neue Quotensystem werde den Unternehmen die Chance geben, „noch weiter in die Zukunft zu schauen, um ihr Geschäft zu entwickeln und auf neue Technologien zu fokussieren“, sagte Andrey Krayniy, Chef des Russischen Bundesamtes für Fischerei (Goskomrybolovstvo). Insgesamt seien von mehr als 1.700 Bewerbern um die Ressource 1.557 berücksichtigt worden, darunter führende Unternehmen wie die Murmansk Trawl Fleet und BAMR-Roliz. „Das neue Verfahren wird zu einer weiteren Konzentration innerhalb der Branche führen“, prognostizierte Krayniy. Voraussichtlich werden in nächster Zeit weitere 150 Unternehmen aus dem Markt ausscheiden. Schon im vergangenen Jahr hatte Russland die Voraussetzungen für die Zuteilung von Fischereirechten verschärft. Nur Betriebe, die über eigene oder gecharterte Schiffe verfügen, mindestens in den vergangenen vier Jahren gefischt und sich nicht illegaler Fischerei schuldig gemacht hatten, dürfen Fangquoten erhalten.
Einem Forscherteam am Spanischen Institut für Ozeanographie (IEO) ist es gelungen, Europäischen Seehecht (Merluccius merluccius) in Gefangenschaft mit Inertstoffen zu füttern. Das könne als großer Erfolg eines Zuchtprojektes des Seehechts gelten, das vor etwas mehr als einem Jahr gestartet wurde, schreibt Fish Information & Services (FIS). Anfang 2008 hatten die IEO-Wissenschaftler 584 Laich tragende Seehechte von 25 bis 30 Zentimetern Länge gefangen, wovon 250 Tiere Transport und erste Tage der Gefangenschaft überlebten – eine sehr gute Rate, sagen die Experten. Zunächst wurden die Seehechte mit lebendem Fisch und Frischfisch gefüttert, wobei die Nahrung allerdings zuviel Sardinen und nur wenig Weißfisch enthalten habe, sagt Jose Iglesias, einer der Forscher. Die Spanier hoffen, im kommenden Jahr über einen Bestand von 100 Brütern zu verfügen. Anhand dieser Gruppe sollen umfangreiche Daten zum Seehecht in Gefangenschaft gewonnen werden, etwa zu Wachstum, eventuellen Krankheiten oder Fütterproblemen. In 2009 könnten die Tiere auch erstmals laichen. Im Erfolgsfalle könne der Seehecht aus Aquakultur so wichtig werden wie schon heute der Steinbutt. In Chile läuft derzeit ein Farmprojekt mit dem Australischen Seehecht (Merluccius australis), einer Art, die widerstandsfähiger als die europäische ist.
Ein Bestandsrückgang beim Viktoriaseebarsch von 42% alleine in diesem Jahr hat die zuständigen Fischereibehörden bewegt, ernsthaft ein Fangverbot zu diskutieren, schreibt Fish Information & Services (FIS). Die Barschpopulation des größten afrikanischen Sees ist demnach von 518.000 t im Jahre 2007 auf 298.664 t in diesem Jahr gesunken, bedingt vor allem durch Überfischung, erklärt die in Jinja (Uganda) ansässige transnationale Lake Victoria Fisheries Organisation. Die drei Anrainerstaaten Uganda, Kenia und Tansania haben im laufenden Jahr zusammen 81.900 t Viktoriaseebarsch im Wert von 310 Mio. USD exportiert. Im vergangenen Jahr wurden noch 91.200 t für 319,4 Mio. USD ausgeführt, ein Rückgang von 10,2% auf der Basis Menge und 2,9% auf Basis Wert. In der Folge mussten zehn Verarbeitungsbetriebe schließen, die verbliebenen 25 sind nicht ausgelastet. Auf einer Konferenz der Fischereiorganisation Ende Oktober diskutierten 300 Industrievertreter Vorschläge zur Bestandsverbesserung, von einem Fangverbot in Teilen des Sees bis zur vollständigen Schließung der Fischerei für zwei Jahre. Ein Beschluss steht noch aus, zumal unklar ist, wie die Fischer im Falle eines Fangstopps in Zukunft ihren Lebensunterhalt verdienen können.
Großbritanniens populäres Fastfood-Gericht Fish & Chips enthält immer häufiger Pangasius statt klassisch Schellfisch oder Kabeljau. „Der Markt ist aufnahmebereit für preiswertere Arten“, äußerte John Rutherford, Geschäftsführer der britischen Behörde Seafish, auf einer Konferenz zu ‚Value Added Seafood’ in London. „Läden vom Norden Schottlands bis in den Süden Englands verkaufen das traditionelle Gericht Kabeljau und Pommes Frites für 5,- GBP (6,20 €). Es gibt aber auch einige, bei denen der Preis gegenwärtig bei 3,75 GBP (4,30 €) liegt – und die verkaufen Pangasius“, sagte Rutherford. Das sei möglich, denn: „Der Kunde wird nicht fragen, der Kunde wird es nicht erfahren und den Kunden würde es nicht stören – er kauft schlichtweg ein billigeres Produkt.“ In Großbritannien wird eines von 100,- GBP (249,- €), die für Lebensmittel ausgegeben werden, in einem Fish & Chips-Shop gezahlt. Das entspreche 267 Millionen Portionen im Jahr.
Biokarpfen aus dem österreichischen Waldviertel werden zur Weihnachtssaison filetiert und grätenfrei in den Regalen der Billa- und Merkur-Supermärkte liegen, schreiben die Niederösterreichischen Nachrichten. Unter der Biomarke des Rewe-Konzerns „Ja! Natürlich“, Österreichs größter Biomarke, werden biologisch produzierte Karpfen von Dr. Peter Fischer-Ankern vermarktet. Er produziert im Nordwesten des Bundeslandes Niederösterreich in 26 Teichen mit insgesamt 165 Hektar Wasserfläche auf zertifiziert-biologische und sehr extensive Art und Weise Besatz- und Speisefische. „Karpfen bieten wir unseren Kunden während des gesamten Jahres an, Bio-Karpfen nur zu Weihnachten“, betont Ja! Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer. Auch ganze Karpfen werden in den Supermärkten angeboten, zu mehr als 90 Prozent werden die Fische jedoch filetiert abgesetzt.
Die globale Finanzkrise führt gegenwärtig dazu, dass zahlreiche Importeure von Pangasius nicht genug Mittel haben, die vietnamesischen Exporteure zu bezahlen – trotz momentan fallender Preise für den Fisch. Zahlreiche Käufer sollen Vietnams Produzenten ersucht haben, ihnen längere Zahlungsfristen einzuräumen, schreibt VietnamNet Bridge. Fish Information & Services (FIS) zitiert den Generaldirektor der Mekong Seafood Company in Can Tho, Luong Hoang Manh, sogar mit den Worten, „die meisten Import-Märkte haben ihre Tore geschlossen“. Die Preise für sämtliche Qualitäten waren Mitte Oktober (42./43. KW) entsprechend niedrig. Weißfleischiger Tra kostete zwischen 0,95 und 0,97 USD/kg, ein Minus von 0,05 USD. Größere weißfleischige Sortierungen seien mit 0,92 USD gehandelt worden. Tra mit rosafarbenem und gelblicherem Fleisch habe zwischen 0,89 und 0,92 USD/kg gekostet, das entspreche ebenfalls einem Preisrückgang von 0,05 bis 0,06 USD/kg. Angesichts der gegenwärtigen Dämpfung des Exportgeschäfts sei es unwahrscheinlich, dass das vom vietnamesischen Landwirtschaftsministerium für 2008 avisierte Ziel von 1,5 Mrd. USD Exporterlös erreicht werde.
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Die Regierung der kanadischen Provinz British Columbia (B.C.) fördert die Aktivitäten der dortigen Fischwirtschaft, ihre Fischereien vom Marine Stewardship Council (MSC) zertifizieren zu lassen, mit 100.000 CAD (63.000 €), teilt die Organisation mit. Fisch und Seafood aus Britisch-Kolumbien werden in 80 Länder weltweit exportiert. Derzeit befinden sich in B.C. sechs Fischereien in der Hauptbewertungsphase der MSC-Zertifizierung, darunter Sockeye Wildlachs (Rotlachs), Pink Salmon (Buckellachs), Chum Salmon (Silberlachs), Heilbutt, Seehecht und Katzenhai. Sieben weitere Fischereien durchlaufen derzeit eine frühere Phase der Nachhaltigkeitsbewertung. Es werde erwartet, dass schon diesen Herbst die ersten Zertifizierungen abgeschlossen sind, meinte Christina Burridge, Direktorin der BC Seafood Alliance. Der Industrieverband der größeren Fischereien in der Provinz ist Antragsteller bei den Zertifizierungen. B.C.-Umweltminister Barry Penner hofft, „dass in zwei bis drei Jahren sämtliche kommerziell wichtigen Fischereien von British Columbia zertifiziert sind oder mit dem Verfahren begonnen haben.“