Frischlachs ist auf Basis Menge die wichtigste Fracht auf dem Londoner Flughafen Heathrow, schreibt die britische Tageszeitung The Telegraph - nach Büchern/Broschüren und Medikamenten. In den letzten zwölf Monaten wurden über den Airport 46.342 t Lachs exportiert, was 13,4% des Gesamtcargos von 345.575 t im Wert von 67,8 Mrd. Euro entspricht. Wichtiges Zielland auf Basis Wert sind weiterhin die USA (19,8 Mrd. Euro), aber der Güterexport nach China ist bis Juli 2015 binnen Jahresfrist um 117% auf einen Ausfuhrwert von 10,7 Mrd. Euro gewachsen. Hält der Trend an, liege China in zwei Jahren auf Rang 1, prognostiziert die Zeitung.
Wer in einem Restaurant der belgischen Hauptstadt Brüssel bestimmte Fischarten ordert, erhält in einem von drei Fällen eine andere Spezies als bestellt. Das ist das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen, die die Meeresschutzorganisation Oceana durchgeführt hat. "Die Entscheidungsträger, die in den Kantinen der EU-Institutionen (EU-Parlament, EU-Kommission) essen, [können] mit 38% Wahrscheinlichkeit einen anderen Fisch auf ihren Tellern finden […], als sie bestellt haben", heißt es in einer Pressemitteilung von Anfang November. Oceana hatte in Touristen-Vierteln und im Europa-Viertel von Brüssel zwischen März und Juni 2015 insgesamt 280 Proben gesammelt, davon 217 aus Restaurants, 42 aus EU-Kantinen und 21 aus Sushi-Restaurants. Nach DNA-Extraktion und -Identifikation an der Katholischen Universität Leuven war das Fazit ernüchternd. Vermeintlich teurer Roter Thun war in 95% der Fälle durch Großaugen- oder Gelbflossen-Thun oder billigere tropische Thunfischarten ersetzt, bei angeblicher Seezunge handelte es sich in 11% der Fälle um preiswertere Plattfischarten und hinter "Kabeljau" verbargen sich bei 13% der Proben insgesamt sieben andere Arten, vor allem Pangasius und Seelachs.
"Hering, Sprotte und Co." heißt eine neue fischereihistorische Museumsführung in Kiel, die einmal im Monat angeboten wird. Veranstalter ist das Kieler Schifffahrtsmuseum Fischhalle (Wall 65), das in der früheren Fischauktionshalle der Fördestadt untergebracht ist. Das Dach des Gebäudes ist einem umgedrehten Schiffsrumpf nachempfunden, die Fassade zieren maritime Details: stilisierte Fischköpfe, ein Neptun-Kopf, das Haupt von Simon Petrus, dem Schutzpatron der Fischer. Die Geschichte des Kieler Fischfangs ist älter als die Stadtrechte. Viele der Fischer kamen vom gegenüberliegenden Fördeufer, wo der flache Strand in Ellerbek das Anlanden erleichterte. Mit dem Aufstieg zum Reichskriegshafen 1871 erlebte auch die Kieler Fischerei einen Aufschwung. Zur Blüte der Fischräucherei wurden in der Stadt 40 Öfen betrieben. Heute stammt der Fisch am Kieler Seefischmarkt überwiegend aus Dänemark. Zum Abschluss der rund 90-minütigen Führung werden in Kooperation mit dem Gastronomen des Museumscafés "Der alte Mann" den Teilnehmern Fish & Chips serviert. Die Teilnehmerzahl der jeweils am letzten Mittwoch des Monats um 16:30 Uhr veranstalteten Führung ist begrenzt, um Anmeldung unter Tel.: 0431 - 901 34 28 wird gebeten. Nächster Termin: 25.11.2015.
Wolfgang Baitz, Geschäftsführer des Bremerhavener Fischimporteurs West Fish, hat seine Unternehmensanteile verkauft, bleibt aber weiterhin Mitglied der Geschäftsführung. Käufer sind Co-Geschäftsführer Florian Müller, der seit 2011 für West Fish arbeitet, und ein branchenfremder Hamburger Investor, die Nordwest Factoring. Das operative Geschäft werde in keiner Weise beeinflusst, betont Florian Müller: "Es läuft alles 'business as usual'." West Fish, gegründet vor 30 Jahren, importiert ein breites Sortiment an frischem und gefrorenem Fisch aus aller Welt, außerdem Lachs für Räuchereien. Die Kunden sitzen zu 90 Prozent in Deutschland, vor allem verarbeitende Betriebe, Foodservice-Unternehmen und Großhändler. Mit dem Import und dem Verkauf von jährlich rund 9.500 Tonnen Rohware werde ein Jahresumsatz von 40 bis 45 Mio. Euro erwirtschaftet. Angestrebt werde weiterhin ein "langsames und gesundes" Wachstum, sagt Florian Müller: "Unseren größten Umsatzsprung hatten wir vor einigen Jahren." Noch vor fünf Jahren habe der Jahresumsatz bei 22 bis 23 Mio. Euro gelegen.
Die thailändische Regierung fährt gegenwärtig eine Doppelstrategie. Während das Land gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Fischerei und der Zwangsarbeit in der Fischindustrie ergriffen hat, hält die Fischindustrie gleichzeitig nach neuen Märkten Ausschau für den Fall, dass die Europäische Union Anfang 2016 ein Einfuhrverbot verhängen sollte. "Thailand wird sein Bestes geben, um die Angelegenheit zu bereinigen, und es liegt ganz bei EU zu entscheiden, ob die 'Gelbe Karte' wieder zurückgezogen wird", zitiert das Portal IntraFish Thailands Premierminister Gen Prayut. Die neue Fischereipolitik des Landes sieht die Einrichtung von Fischereizonen vor und die Vergabe von Fanglizenzen abhängig von der Schiffsgröße ebenso wie die Verhinderung von grenzüberschreitender illegaler Fischerei und schädlichen Fangmethoden. Ein satellitengestütztes Schiffsüberwachungssystem (VMS), das die Lokalisierung von Schiffen ermöglicht, und ein Hafenüberwachungssystem, das Daten über verwendetes Fanggerät, die gefangenen Fischarten und den Ursprung der Fische erfasst, zählen ebenfalls zu den Maßnahmen. Doch um auch für ein Worst-Case-Scenario gewappnet zu sein, streckt Thailand die Fühler nach neuen Märkten wie Lateinamerika, dem Mittleren Osten und anderen asiatischen Ländern aus. EU-Vertreter, die Thailand zuletzt im Oktober besucht hatten, erkannten zwar die von Regierungsseite unternommenen Fortschritte im Kampf gegen die IUU-Fischerei an, entschieden jedoch, den 'Gelbe Karte'-Status des Landes nicht zu ändern.
Im schweizerischen Burgdorf (Kanton Bern), eine halbe Autostunde nordöstlich von Bern, hat die Familie Kunz Ende Oktober erstmals Warmwassergarnelen aus ihrer hofeigenen Zucht vorgestellt, schreibt die Berner Zeitung (BZ). Die Produktion von Shrimps in einer Indoor-Kreislaufanlage hatten Irene und Fritz Kunz schon 1998 kennengelernt: damals investierten sie in ein kalifornisches Start-up, das jedoch erfolglos blieb, berichtet die Landwirtin. 2013 suchte die Familie eine Alternative für ihren Schweinemastbetrieb mit 30 Muttersauen und griff die Idee wieder auf. Nachdem sie mit ihrer Schwägerin Stacy Ciulik einen Landwirtschaftsbetrieb in den USA besuchten hatten, der dort erfolgreich Shrimps züchtet, richteten sie auch im eigenen Stall eine Anlage ein. Als Zuchtbecken verwendeten die Landwirte drei handelsübliche Außenpools, bei denen sie die Leiter abmontierten und Wasserpumpen installierten.
Norwegen hat im Oktober Fisch und Seafood im Wert von 869,9 Mio. Euro exportiert - ein Plus von 7% gegenüber Oktober 2014, schreibt das Portal IntraFish. "Niemals zuvor haben wir in einem einzigen Monat für mehr als 8 Mrd. NOK - das sind 859,2 Mio. Euro - exportiert", kommentierte Marit Rein, Leiterin Kommuniation beim Norwegian Seafood Council (NSC), den jüngsten Ausfuhrerlös. Zu verdanken sei der Rekord in ganz erheblichem Maße dem Lachs, von dem 103.000 t zu guten Marktpreisen exportiert wurden. So stiegen die Lachsumsätze um 18% auf 504,8 Mio. Euro und damit um 77,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch die Heringsexporte legten auf Basis Wert zu, und zwar von 13,3 Mio. Euro um 39% auf 18,6 Mio. Euro. Im Gegensatz dazu war das Geschäft mit Makrele, Forelle, Klippfisch sowie Seelachs und Kabeljau im Oktober rückläufig. So ging das Makrelengeschäft um 17% oder 28,1 Mio. Euro auf 139,6 Mio. Euro zurück. Die Forellen-Exportumsätze büßten 3% oder 859.200 Euro ein und lagen bei 25,8 Mio. Euro. Kabeljau und Seelachs verloren 4% bzw. 25%. Das betraf frisches Kabeljaufilet (Umsatz: 7,3 Mio. Euro) ebenso wie TK-Kabeljau (26,7 Mio. Euro = -14%). Wichtigster Markt für beide Produktkategorien war weiterhin die EU.
Im Frühjahr diesen Jahres erhielten acht Shrimpfarmen im lateinamerikanischen Belize eine Zertifizierung des Aquaculture Stewardship Councils (ASC). Jetzt hat der ASC auf seiner Interseite drei Kurzfilme zur Ansicht gestellt, die in jeweils rund zwei Minuten die ökologischen und sozialen Fortschritte der Garnelenfarmen beschreiben. In Belize werden jährlich rund 16 Mio. Pounds Shrimps - fast 7.300 Tonnen - produziert, von denen mit den acht Farmen 90 Prozent ASC-zertifiziert sind. Für den kleinen zentralamerikanischen Staat mit nicht einmal 330.000 Einwohnern sind die 1.200 Arbeitsplätze in der Shrimpindustrie insbesondere für Frauen von großer Bedeutung. Die drei Filme finden Sie hier.
In der Kantine des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) wird seit Mitte Oktober Fisch aus MSC-zertifizierter Fischerei serviert, teilt der Marine Stewardship Council (MSC) mit. Die MSC-Zertifizierung der BMUB-Kantine habe Vorbildfunktion für andere Ministerien sowie Verbraucherinnen und Verbraucher. Bundesweit setzen inzwischen rund 900 Gastronomiestandorte, darunter Kantinen, Mensen und Restaurants, auf MSC-zertifizierte Gerichte auf der Speisekarte, teilt Ines Biedermann mit, Leitung Foodservice beim MSC Deutschland.
Transgourmet hat zum 2. November sämtliche Anteile der FrischeParadies-Gruppe von der Dr. August Oetker KG übernommen. Nachdem die zuständigen Kartellbehörden am 27. Oktober die erforderliche Genehmigung ohne Auflagen erteilt hatten, ist damit der schon Ende September von Transgourmet angekündigte Kauf der insgesamt zehn FrischeParadiese vollzogen worden. "Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart", schreibt das Portal Café Future.net. Die FrischeParadies-Gruppe betreibt neben acht Abholstandorten und Ausliefergeschäften in Deutschland zwei Standorte in Österreich. Ihren Kunden vor allem aus der Gastronomie bietet sie mehr als 12.000 Delikatessen aus mehr als 70 Ländern. Diese werden auch nach Dänemark, Polen, Tschechien, ins Baltikum und nach Mallorca geliefert. 2014 erzielte das Unternehmen mit 600 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich einen Umsatz von rund 180 Mio. Euro.