18.12.2018

Wolfsbarsch/Dorade: Neue Überproduktionskrise

In der Zucht und Verarbeitung von Dorade und Wolfsbarsch wiederholt sich der so genannte Boom-and-Bust-Zyklus, meldet das Portal IntraFish. Ursache sei ein Überangebot der beiden Fischarten insbesondere aus der Türkei zu günstigen Preisen, sagt Paul Steinar Valle, Projektmanager für sea bass/sea bream beim Marktforschungsunternehmen Kontali Analyse. Seit 2015 fielen die Preise und hätten insbesondere für türkische Ware inzwischen ein sehr niedriges Niveau erreicht, meint Valle. Nach jüngsten Daten von Kontali kostete griechischer Wolfsbarsch im August 2018 nur noch 5,04 Euro/kg - ein Minus von 12% gegenüber dem Preis vom August 2017, der bei 5,75 Euro/kg lag. Die Preise für türkischen Wolfsbarsch und Dorade seien sogar von 4,82 Euro/kg auf 3,77 Euro/kg zurückgegangen - ein Minus von 22%. Der Preis für Goldbrasse aus Griechenland ist im selben Zeitraum von 4,90 Euro/kg auf 4,43 Euro/kg eingebrochen (-10%), während der Preis für Türkei-Ware von 3,87 Euro/kg auf 3,22 Euro/kg zurückging (-17%).

Valle erwarte keine Änderung dieser Marktsituation vor Herbst 2019 oder gar Anfang 2020, denn: "Die Züchter, insbesondere in der Türkei, haben im vorvergangenen Jahr und selbst noch im vergangenen Jahr höhere Zahlen an Jungfischen besetzt. Es wird also weiterhin größere Mengen geben." Dabei bedient die Türkei ganz überwiegend den Markt für Filets. "Zuerst war es der nordeuropäische Markt, aber inzwischen steigt die Nachfrage nach Filets auch in den Mittelmeerländern", meint der Kontali-Analyst. Das Land punkte dabei nicht nur mit wettbewerbsfähigen Preisen, sondern auch mit neueren und besser ausgestatteten Produktionsbetrieben. Selbst in den Hauptmärkten für Wolfsbarsch und Dorade - Italien und Spanien - fragten die Verbraucher zunehmend küchenfertige und conveniente Produkte nach. Entsprechend müsste die Industrie investieren, was sich jedoch angesichts der momentan niedrigen Preise nur schwer bewerkstelligen ließe. Beruhigend jedoch: die Nachfrage für die beiden Fischarten steige langfristig um 5 bis 6% jährlich, sagt Paul Steinar Valle.

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