19.05.2026

Norwegen: King Oscar verzichtet auf Atlantische Makrele

Der norwegische Fischkonserven-Hersteller King Oscar verzichtet in Zukunft auf die Verwendung von Atlantischer Makrele (Scomber scombrus) in seinen Dosen, meldet IntraFish. Hauptgrund: Die Muttergesellschaft Thai Union zeigt sich besorgt angesichts der Überfischung der nordostatlantischen Makrele. Bereits seit dem Jahre 2009 können sich die Küstenstaaten des Nordostatlantiks – die EU, Großbritannien, Norwegen, Island, die Färöer Inseln und Grönland – auf kein gemeinsames Quotenmanagement für den Makrelenbestand einigen. Schätzungen zufolge ist die Laicherbiomasse der nordostatlantischen Makrele vom Rekordwert 13 Mio. t im Jahre 2014 auf 2,7 Mio. t im Jahre 2025 eingebrochen. "Es ist extrem wichtig, dass wir den Trend bei den Makrelenbeständen jetzt umkehren", kommentierte Geir Huse, Forschungsleiter beim norwegischen Institut für Meeresforschung (IMR). Obgleich der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) im Herbst vergangenen Jahres für 2026 eine Quote von höchstens 174.357 t empfohlen hatte, sind die genannten Staaten der Empfehlung nicht gefolgt. Statt dieser Reduzierung um 70 % gegenüber 2025 wollen sie ihre Fangmengen nur um jeweils 48 % senken.

King Oscar hingegen sucht für den Einsatz in seinen Fischdosen seit Herbst vergangenen Jahres nach nachhaltigen Makrelen-Arten als Ersatz. "Das ist wahnsinnig fordernd und schluckt extrem viel Zeit", sagt Morten Kolseth, Vertriebsleiter international bei King Oscar. Gemeinsam mit Großhandelsketten habe Thai Union sich entschieden, nicht die Thunmakrele (Scomber colias) einzusetzen, die oft vor der Küste Marokkos gefangen wird. Ein Grund: die Art und Weise, wie die Makrele dort gefischt werde. In den vergangenen Monaten habe man unterschiedliche Makrelenarten aus vielen Teilen der Welt getestet. "Es gibt bei den Fischen Unterschiede von Region zu Region, etwa hinsichtlich der Fettqualität", erklärt Kolseth. Eine Spezies, die als Ersatz geeignet scheine, sei die Spanische Makrele (Scomber japonicus). Sie komme weltweit in gemäßigten und subtropischen Meeren vor. "Sie ist aber eine Herausforderung, weil eine Charge sehr gut sein kann, während eine andere weniger gut ist", gibt Kolseth zu bedenken. Entsprechend könne King Oscar einige Produkte derzeit nicht anbieten, man habe aber hinreichend Lagerbestände an Alternativen.
Norwegen: King Oscar verzichtet auf Atlantische Makrele
Foto/Grafik: King Oscar
King Oscar, norwegischer Produzent insbesondere von Makrelenkonserven, verzichtet auf die Atlantische Makrele und testet alternative Scomber-Arten. Foto: Makrelenfilet in süßer Thai-Chile-Sauce, einer der Renner im King Oscar-Sortiment.
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