12.05.2026

Norwegen: Filetierung vor Ort ist eine Herausforderung

Der norwegische Lachszüchter Kvarøy zieht drei Jahre nach Eröffnung einer eigenen Filetierfabrik bei Oslo eine durchwachsene Bilanz, schreibt das Portal IntraFish. Im Jahre 2023 hatte Alf-Gøran Knutsen, Inhaber und Geschäftsführer von Kvarøy Fiskeopdrett, die Verarbeitung der eigenen 10.000 Tonnen Lachs zum Teil aus den Niederlanden und aus Deutschland in die neue Fabrik "1814 Salmon" in Dal nördlich von Oslo verlegt. Noch würden nur 20 % der eigenen Lachse dort filetiert, doch schon bald sollen es über 50 % sein. Die Arbeiten seien anfänglich durch technische Probleme in der hochgradig maschinisierten Produktion beeinträchtigt worden, außerdem sei es schwer gewesen, passendes Personal zu finden. Die erwartete Einsparung bei der Luftfracht in die USA, wohin Kvarøy 70 bis 80 % seines Lachses exportiere, habe nicht realisiert werden können, weil die Mengen nicht groß genug seien, um einen ganzen Flieger zu füllen.

Vorteile biete die heimische Produktion durch die damit mögliche Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette. Man habe bessere Möglichkeiten, den gesamten Fisch zu verwerten. Werblich profitierte Kvarøy davon, dass man nun versprechen könne, dass es "Fisch aus Norwegen" sei – und nicht nur "Norwegischer Lachs. Ein Produkt aus Deutschland": "Für mehrere unserer amerikanischen Kunden ist das wichtig." Damit sich die Filetierung in Norwegen rechne, sei jedoch ein durchgehender Fokus auf die Kostenkontrolle erforderlich. Die hohen US-Zölle von 15 % hätten Kvarøy Kopfschmerzen bereitet, dazu kämen, bedingt durch den Krieg im Mittleren Osten, gestiegene Luftfrachtkosten und generell gestiegene Kosten. Außerdem stehe man auf dem US-Markt im Wettbewerb mit chilenischen Produzenten. In einer Zeit, in der viele US-Bürger jeden Dollar zweimal umdrehten, profitiere Kvarøy davon, seinen Lachs im Highend-Bereich verkaufen zu können, also in Whole Foods-Märkten, und nicht bei Costco oder Walmart.
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