13.07.2026
CATCH: Übergangsfrist für sieben Länder bis 30. November
Die Europäische Kommission hat sieben Staaten Aufschub für die Umsetzung des CATCH gewährt, meldet IntraFish. Das "Catch Certificate Management System" ist ein digitales Informationsmanagementsystem der EU zur Verhinderung illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei (IUU-Fischerei). Es dient der papierlosen Erfassung und Rückverfolgung von Fangbescheinigungen. Den betroffenen Ländern – USA, Kanada, Färöer Inseln, Island, Neuseeland, Norwegen und Südafrika – war zuletzt eine Frist bis zum 10. Juli gewährt worden. Am 11. Juli teilte die EU-Kommission mit, diese bis zum 30. November 2026 zu verlängern. Fischwirtschaftliche Verbände in den USA und in Europa hatten die EU seit Monaten aufgefordert, die neuen CATCH-Regularien zu verschieben und anzupassen. Andernfalls würden die "nicht handhabbaren" Vorschriften dazu führen, dass große Mengen an legal gefangenem Fisch und Seafood nicht eingeführt werden dürften. Die EU-Kommission hatte Vorwürfe zurückgewiesen, dass CATCH "nicht durchführbar" sei. Die EU bestehe darauf, dass das System funktioniere, gab jedoch zu, dass es nicht störungsfrei laufe. Seit dem 10. Januar 2026 habe CATCH mehr als 66.000 Einfuhrmeldungen "aus fast allen" Mitgliedstaaten geprüft, sagte ein Kommissionssprecher.
Er teilte mit, dass CATCH ein neues, lebendiges System sei, das kontinuierlich an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden und deren Anliegen aufgreife. Das US-amerikanische National Fisheries Institute (NFI) begrüßte die Fristverlängerung. Das NFI gehört zu jenen Seafood-Verbänden weltweit, die zwar den Kampf gegen die IUU-Fischerei unterstützen, jedoch "einen praktischen Ansatz, der die Realitäten widerspiegele", fordern. Julie Decker, Präsidentin der Pacific Seafood Processors Association (PSPA), erklärte: "Das neue digitale Zertifizierungssystem CATCH der EU stellt Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit bis zum Fangschiff, die mit den Fischereien in Alaska nicht kompatibel sind, weil die Fänge dort gewohnheitsmäßig von mehreren Schiffen zusammengefasst werden, um Qualität und Effizienz zu gewährleisten." NFI-Präsidentin und -CEO Lisa Wallenda Picard erklärte in einem Statement, dass NOAA und EU weiterhin an einer langfristigen Lösung arbeiten würden, die die Ziele der Rückverfolgung unterstütze, ohne den legitimen Handel mit Fisch und Meeresfrüchten zu beeinträchtigen.
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden