02.04.2026
Makrele: EU ignoriert ICES-Empfehlung
Die Agrarminister der Europäischen Union haben sich darauf verständigt, die EU-Fangquote für die nordostatlantische Makrele um 48 Prozent niedriger anzusetzen als die Fangquote 2025, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Noch im Dezember 2025 hatten sich die EU-Länder darauf geeinigt, die erlaubte Höchstfangmenge um 70 Prozent zu senken und hatten damit einer Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), einem wissenschaftlichen Gremium mit Sitz in Kopenhagen, entsprochen. Die Experten hatten ihre Entscheidung unter anderem damit begründet, dass die Laicherbiomasse für die Makrele von fast 13 Mio. Tonnen im Jahre 2014 auf nicht einmal 3 Mio. Tonnen im Jahre 2025 zurückgegangen sei. Überfischung wäre eine existentielle Bedrohung für die Makrele im Nordostatlantik und berge die Gefahr, dass der Bestand unter eine Mindestgröße falle, bei der eine Reproduktion nicht mehr gewährleistet sei. Diese Entscheidung haben die EU-Minister am Montag dieser Woche, 30. März, revidiert.
Damit liege die EU mit ihrer Quote gleichauf mit jener Kürzung, auf die sich die Anrainerstaaten der Meeresregion – Großbritannien, Norwegen, Island und die Färöer Inseln – geeinigt hatten. Vertreter der französischen Fischerei hatten jedoch bemängelt, dass der Vertrag diesen vier Staaten eine Überfischung des fragilen Bestandes erlaube, während sie gleichzeitig ihre Produkte weiterhin in die EU exportieren und damit einen fairen Wettbewerb unterlaufen. "Die EU war die einzige Partei, die fortwährend die Notwendigkeit betont hat, die wissenschaftliche Empfehlung des ICES zu respektieren und die Überfischung durch Russland zu begrenzen", teilte die EU-Kommission mit. Die neuerliche Entscheidung spiegelt die wachsende Herausforderung, kurzfristigen Druck von Seiten der Fischwirtschaft mit einem langfristigen Überleben eines der wertvollsten Fischbestände im Atlantik in Einklang zu bringen.
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