11.03.2020

Niederlande: Krabbenhandel Telson in Zahlungsschwierigkeiten

Der holländische Krabbenschälbetrieb Telson ist offenbar insolvent und steht zum Verkauf, melden die Undercurrent News. Telson, der zur Hälfte der belgischen Shore-Gruppe gehört, habe nach Mitteilung des Senders RTV Noord am 9. März von einem Gericht Zahlungsaufschub erhalten. Telson hatte im Jahre 2016 gemeinsam mit der Familie Kant, die Schälmaschinen für Nordseekrabben baut, im Hafen von Lauwersoog ein großes Schälzentrum errichtet, das eine Alternative zur Handschälung in Marokko sein soll. Finanziert wurde die Fabrik unter anderem von dem hinter Shore stehenden Finanzinvestor Bencis Capital Partners. Zu Shore, einer Abkürzung für Shrimp Organisation Europe, gehören neben Telson auch Morubel (Belgien), Ristic (Deutschland) und Rainbow Export Processing (Costa Rica).

Die jetzige Schieflage von Telson habe mehrere Ursachen, schreibt Undercurrent. "Die Ausbeute auf den Maschinen war nicht so gut, wie wir gedacht hatten. Außerdem gibt es einen harten Wettbewerb mit anderen großen Unternehmen in der Branche", sagte Telson-Anteilseigner Onno Nienhuis, der Telson gemeinsam mit seinem Vater Henrik gegründet hatte. Erschwerend kamen große Schwankungen bei den Fangmengen und Preisen der Nordseegarnele hinzu. Schlechtes Wetter zum Jahresbeginn mit entsprechend geringen Fangmengen habe Telson jetzt "über die Klinge" springen lassen, formuliert Undercurrent. Zum Insolvenzverwalter von Telson ist Pieter Lettinga bestellt, der 2014 gemeinsam mit seinem Kompagnon Gerard Breuker von der Kanzlei Dorhout Advocaten (Groningen) bereits den Verkauf des Shrimp-Verarbeiters Heiploeg International 2014 an Parlevliet & Van der Plas (P&P) gemanaged hatte. Die Verwalter suchen jetzt nach Kaufinteressenten, die den Telson-Betrieb fortführen wollen.

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03.01.2017   Garnelen: Neue Gruppe Shore nv ist operativ
19.01.2016   Holland: Maschinenschälung soll Handschälung mittelfristig ablösen
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