06.07.2016

Niederlande: Kugelfischgift in Muscheln

In einigen Muscheln und Austern aus der niederländische Oosterschelde ist Ende Juni das Nervengift Tetrodotoxin, kurz: TTX, nachgewiesen worden. Nach Meldungen des Belgischen Rundfunks (BRF), der deutschen Tagesschau und schließlich auch des Schnellwarnsystems der Europäischen Union (RASFF) wurde das Gift in mehreren Proben aus Zeeland, mitten im Herzen der holländischen Austern- und Miesmuschelzucht, detektiert. Tetrodotoxin ist bekannt als das Gift des Kugelfischs, das schon in geringen Mengen zu Lähmungserscheinungen und Atemproblemen führen kann. Die beiden Abschnitte der Oosterschelde wurden für den Muschelfang vorsorglich gesperrt.

Die getesteten Muscheln enthielten keine tödliche Menge, betonte Benno Bruggink von der niederländischen Lebensmittelüberwachung (NVWA), aber der Wert liege so deutlich über der Norm, dass die Behörden eingreifen müssten. Ein Erwachsener von 70 kg könne nach dem Verzehr von 400 Gramm giftiger Muscheln ernsthaft erkranken, sagte Bruggink. Wouter van Zandbrink, Präsident des Verbandes der niederländischen Muschelhändler, warne jedoch vor Hysterie, heißt es in der Tagesschau: "Es handelt sich hier nur um eine sehr niedrige Konzentration." Da man aber nur sehr wenig über TTX wisse, würden Muscheln auch beim Fund nur geringer Mengen vorsorglich nicht in den Handel gebracht. Auch die NVWA betonte: Austern und Muscheln im Handel und in der Gastronomie seien sicher, weil sie getestet wurden. Die Giftbelastung komme zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, heißt es beim BRF: am Mittwoch vergangener Woche hat in Holland die neue Muschelsaison begonnen.

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