10.01.2024

Norwegen: Cermaq misst seinen "Plastik-Fußabdruck"

Der norwegische Lachszüchter Cermaq bereitet sich auf die zum 1. Januar 2025 geplante Plastikabgabe der Europäischen Union vor. Bereits im August 2022 hatte Cermaq mit einem Projekt begonnen, in dessen Rahmen die Verwendung sämtlichen Plastiks bei der Lachsproduktion im Laufe eines Jahres analysiert wurde, meldet das Portal IntraFish. Gemeinsam mit dem Industrieverband Global Salmon Initiative (GSI) habe der Züchter eine "Plastik-Taskforce" ins Leben gerufen.

Bei dem Projekt notierte Cermaq alles Plastik, das der Produzent in seinen Smoltanlagen, in Aufzuchtfarmen und in Verarbeitungsbetrieben einsetzt. Bei dem Projekt an Farmstandorten in der Finnmark und in Nordland wurden 350 verschiedene Plastikgegenstände registriert, die zum einen nach einmaliger, kurzfristiger und langfristiger Verwendung kategorisiert wurden, aber auch nach den Kriterien Art, Verwendung, Funktion, Herkunft, Menge und Verbleib. "Unser übergeordnetes Ziel war es, einen Überblick über unseren Kunststoffverbrauch zu erhalten und unsere Lücken im Plastikkreislauf zu verstehen. Das Pilotprojekt war ein guter Ausgangspunkt, und das Ziel ist es, dass andere Lachszüchter eine ähnliche Aufgabe übernehmen", sagte Ingunn Johnsen, Koordinatorin Nachhaltigkeit bei Cermaq. Das Unterfangen sei nicht einfach gewesen. Cermaq indexierte, fotografierte und wog jedes einzelne Plastikprodukt und sammelte dabei schätzungsweise 1.303 Tonnen Einweg- und für die kurzfristige Nutzung gedachtes Plastik.

Cermaq hoffe, dass das gewonnene Wissen zu effizienteren Wegen für Recycling und Wiederverwendung führen werde. "Die End-of-Life-Phase ist jetzt Teil unserer Beschaffungsausschreibung und wir rationalisieren Teile des Beschaffungssystems, um Wiederverwendung, Recycling und End-of-Life-Prozesse besser zu berücksichtigen", sagte Johnsen. Ziel sei es, Leistungsindizes (KPIs) festzulegen, über die Cermaq und andere der GSI angeschlossene Lachszüchter Bericht erstatten können. Da die GSI-Mitgliedsunternehmen etwa 75 Prozent der Lachszuchtindustrie ausmachten, wäre das von großer Bedeutung.
Norwegen: Cermaq misst seinen "Plastik-Fußabdruck"
Foto/Grafik: Björn Marnau/FischMagazin
Cermaq hat untersucht, wo und wieviel Plastik bei der Lachsproduktion anfällt. Das Material wird sich bei der Nahrungsproduktion nicht vermeiden lassen, doch Ziel ist es, den "Plastik-Fußabdruck" zu reduzieren und mehr Plastik zu recyceln.
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