18.02.2022

Island: Ermittlungen gegen Journalisten wegen Samherji-Skandal

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Vor zwei Jahren stand das isländische Fischereiunternehmen Samherji im Zentrum eines internationalen Skandals um aufgekaufte Fischereiquoten in Namibia. Jetzt ermittelt die Polizeidirektion Nordostisland im Zusammenhang mit der Berichterstattung gegen vier Journalisten wegen mutmaßlicher Verletzung der Privatsphäre, schreibt die Iceland Review. Der isländische Journalistenverband verurteilt die Ermittlungen. Bei den vier Journalisten handelt es sich um A∂alsteinn Kjartansson von Stundin, Arnar Þor Ingólfsson von Kjarninn, den Chefredakteur von Kjarninn, Þór∂ur Snær Júlíusson und Þóra Arnórsdóttir, Chefredakteurin des Investigativmagazins Kveikur bei der staatlichen Sendeanstalt RÚV. Bei den polizeilichen Ermittlungen geht es um die im Mai 2021 bekannt gewordene Kommunikation zwischen mehreren Samherji-Mitarbeitern, die sich selbst als "Guerilla-Abteilung" des Unternehmens bezeichneten. Diese Mitarbeiter sammelten Informationen über Journalisten, um sie zu diskreditieren und eine weitere Berichterstattung zu verhindern.

Damals hatten mehrere Mitglieder der isländischen Regierung, darunter auch Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und Finanzminister Bjarni Benediktsson, die Samherji-Angriffe auf die Medien verurteilt. Die Vorsitzende des isländischen Journalistenverbandes, Sigrí∂ur Dögg Au∂unsdóttir, beschrieb die gegenwärtige polizeiliche Untersuchung als "unfassbar" und "nicht zu verteidigen". Der Berichterstattung der Journalisten lagen Privatnachrichten zugrunde, die RÚV zufolge aus einem gestohlenen Smartphone stammten. Einer der Vorgeladenen, Þór∂ur Snær Júlíusson, teilte mit, ihm werde nicht vorgeworfen, das Smartphone gestohlen zu haben, sondern dass sie Nachrichten aus den Daten geschrieben hätten.
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