18.10.2021

Fischerei-Verhandlungen: MSC fordert Nachhaltigkeit im Nordostatlantik

Die Fangmengen von Makrele, atlanto-skandischem Hering und Blauem Wittling im Nordostatlantik haben die wissenschaftlich empfohlene nachhaltige Fangmenge in den letzten sechs Jahren um insgesamt 34 Prozent überschritten. Das entspreche 4,8 Millionen Tonnen Fisch, die zu viel gefischt wurden, betont der Marine Stewardship Council (MSC). Anlässlich der für den 19. bis 27. Oktober 2021 angesetzten Verhandlungen der Fischereinationen fordert der MSC, nationale Interessen zurückzustellen und eine gemeinsame Quotenregelung aller Staaten zu treffen. Denn die zu starke Befischung der drei genannten Schwarmfischbestände halte auch in diesem Jahr an: Die Summe der von den einzelnen Staaten anvisierten Fangmengen liege für den atlanto-skandischen Hering um 35 Prozent, für die Makrele um 41 Prozent und für den Blauen Wittling um 25 Prozent über der wissenschaftlich empfohlenen nachhaltigen Fangmenge.

Der MSC bemängelt, dass gerade "einige der reichsten Nationen mit bestmöglichem Zugriff auf wissenschaftliche Daten" bislang keinen Quoten-Konsens finden konnten, so dass auch die MSC-Zertifikate der Fischer suspendiert wurden. Große Einzelhändler und Hersteller unterstützen den Aufruf des MSC. In einem offenen Brief an die Minister der Küstenstaaten, der am 27. September verschickt wurde, fordert eine Gruppe von mehr als 40 Einzelhändlern und Produzenten, darunter Aldi, Coop, Tesco und Sainsbury's, konkrete Maßnahmen zur Entwicklung langfristiger Bewirtschaftungsstrategien für diese Arten. Und der MSC schließt seine Mitteilung: "Viele der Unterzeichner erklärten, sie würden ihre Beschaffungspolitik neu bewerten, wenn die derzeitige, nicht nachhaltige Situation anhält."
Fischerei-Verhandlungen: MSC fordert Nachhaltigkeit im Nordostatlantik
Foto/Grafik: MSC
Sollten sich die nordostatlantischen Küstenstaaten nicht über eine nachhaltige Bewirtschaftung von Makrele, Hering und Blauem Wittling einigen, denken LEH-Filialisten und Hersteller über eine Neubewertung ihrer Beschaffungspolitik nach.
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