05.12.2014

Störzucht: Russischer Investor kauft insolvente AquaOrbis-Farm in Jessen

Die insolvente Störfarm in Jessen (Sachsen-Anhalt) bleibt trotz der Insolvenz des Betreibers AquaOrbis Fine Food GmbH & Co. KG bestehen, meldet die Mitteldeutsche Zeitung (MZ). Der in England lebende Unternehmer Igor Stopnikov wolle in die Störzucht investieren und alle sieben Mitarbeiter übernehmen. Anfang Dezember sollten die rund 30.000 Störe und das Betriebsgrundstück an den neuen Eigentümer übergehen, kündigte Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus an. Stopnikov wolle weiter in die Anlage investieren. Insbesondere hinsichtlich der Energieeffizienz stünden einige Modernisierungen an, erklärte der Berliner Rechtsanwalt. Den Insolvenzgläubigern stellte Voigt-Salus "eine - wenn überhaupt - wohl eher kleine Quote in Aussicht". Zuletzt habe die Störzucht nicht einmal ihre Stromkosten erwirtschaften können. Respekt zollte Kanzlei-Mitarbeiter Christian Krönert der kommissarischen Geschäftsführerin Rosmarie Ehrenberg dafür, dass sie "nach dem geplatzten Kasachstan-Geschäft ohne Verzug das Insolvenzgericht informierte".

Im Januar 2014 hatte die englische Presse Pläne Igor Stopnikovs vorgestellt, in der Kleinstadt Wellington (14.000 Einwohner) im Südwesten Englands eine Störfarm zu bauen. Dort, in der Grafschaft Somerset, habe der Russe mit Sitz in London die Baugenehmigung für eine "Kaviar-Fabrik" beantragt, schrieb das Portal "Around Wellington". In fünf Jahren sollen in der Anlage 13 Mitarbeiter jährlich rund acht Tonnen Ossietra-Kaviar mit einem Einzelhandelsverkaufswert von bis zu 22 Mio. GBP, etwa 27,9 Mio Euro, sowie 35 Tonnen weitere Störprodukte produziert werden. Während allerdings "Around Wellington" bei der Kalkulation einen Preis von rund 85,- GBP oder 108,- Euro für die 30g-Dose Kaviar zugrunde legt, wird das Produkt aktuell auf Einzelhandelsebene für etwa ein Drittel dieses Preises gehandelt. Die Exmoor Caviar Company in der Nachbargrafschaft Devon - Englands erste und einzige Störzucht -, die nach Angaben der "Mail Online" etwa 20.000 bis 30.000 Störe hält, bot ihren Kaviar Ende 2013 für 59,99 GBP je 30g (= 76,25 Euro) an. "Bizarrerweise scheint sich dieser Teil des Südwestens auf dem Weg zur 'Kaviar-Zentrale' Großbritanniens zu befinden", kommentierte das Internet-Portal.

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