28.04.2026
Norwegen: Skretting verzichtet auf Inhaltsstoffe aus Russland
Der große norwegische Futtermittellieferant Skretting hat vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine seinen Bezug von Inhaltsstoffen aus Russland und Weißrussland eingestellt, meldet das Portal IntraFish. Skretting reagiere damit auf die Entscheidung der norwegischen Regierung, höhere Zölle auf Agrar- und Futtermittelimporte aus den beiden Ländern zu erheben, möglicherweise in Höhe von bis zu 50 Prozent. Norwegen agiert parallel zu EU-Maßnahmen. Nach einer Entscheidung im Dezember sollen die Maßnahmen noch im Frühjahr diesen Jahres umgesetzt werden. Skretting hatte mit Kriegsbeginn im Februar 2022 zwar seine eigenen Aktivitäten in Russland eingestellt, jedoch weiterhin Inhaltsstoffe aus den beiden Ländern bezogen. Die Entscheidung der norwegischen Regierung habe Skretting nun "geholfen", seine eigene Politik zu ändern. Bislang waren Rapsöl und Sojaproteinkonzentrate von den Wirtschaftssanktionen gegen Russland ausgenommen. Das Thema war jüngst aktuell geworden, als die Online-Zeitungen E24, ein Wirtschaftsmagazin, und Nettavisen berichtet hatten, dass Mowi seine Lachse mit Rapsöl und Sojaproteinkonzentrat aus Russland füttere.
Die dänische Futtermittelgruppe BioMar hatte bereits vor vier Jahren als erster die Beschaffung aus Russland und Weißrussland beendet. "Das war eine ethische und keine finanziell motivierte Entscheidung", erklärte BioMar-Geschäftsführer Carlos Diaz auf der jüngsten Seafood Expo Global in Barcelona gegenüber IntraFish. Die Entscheidung habe wirtschaftliche Folgen gehabt, da BioMar im Wettbewerb stand mit Anbietern, die weiterhin Rohware russischer Provenienz anderswo günstiger einkaufen konnten. "Aber wir sind standhaft geblieben und haben die volle Unterstützung unseres Vorstandes", betonte Diaz: "Es geht um Ethik, nicht um EBIT." Auch die norwegischen Standorte des US-amerikanischen Futtermittelproduzenten Cargill stellten ihren Rohwareneinkauf aus Russland und Weißrussland bereits Ende 2023 bzw. 2025 ein, teilte Kjartan Mæstad mit, Leiter Kommunikation für die Bereiche Lachs, Nordsee und Kanada bei Cargill. Das solle auch in Zukunft so bleiben. Nach Angaben der erwähnten Nachrichten-Quellen stiegen die Einfuhren von Fischfutter und den entsprechenden Rohwaren von Russland nach Norwegen im vergangenen Jahr um mehr als 70 Prozent.
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