21.10.2021

Logistik: Keine Entspannung bei Seefrachtraten in Sicht

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Die Container-Reedereien erwarten für das laufende Jahr erstmals einen Branchengewinn von insgesamt mehr als 100 Mrd. USD, rund 86 Mrd. Euro, meldet das Handelsblatt. Im Jahr zuvor lag der branchenweite Betriebsgewinn gerade einmal bei 25 Mrd. USD, im Jahre 2018 nur knapp über Null und in den Jahren davor gar im Minus, hat das Londoner Seefracht-Marktforschungsunternehmen Drewry errechnet. Während Reeder, Aktionäre und Investoren von den gestiegenen Frachtraten profitieren, dürfen die Kunden der Container-Linien als Verlierer gelten. Für die Verschiffung eines einzelnen 40 Fuß-Containers von Asien in die USA beispielsweise wurden Anfang September 2021 mehr als 20.000 USD, etwa 17.000 Euro aufgerufen: Das war das bis zu Zehnfache dessen, was der Transport in vergangenen Jahren gekostet hatte, schreibt das Portal IntraFish.

Ein Ende dieser Hochpreisphase sei kurzfristig nicht zu erwarten. Die Hersteller von Containern scheinen sich nicht zu eilen, eine Ursache der Misere, nämlich den Mangel an Containern weltweit, durch Neubauten zu beenden. Einige Schiffsbetreiber haben inzwischen freiwillig ihre Frachtraten gedeckelt, darunter Hapag-Lloyd – deren Betriebsgewinn sich im 1. Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr verachtfacht hatte. Insider gehen davon aus, dass sich selbst nach "Normalisierung" der Frachtraten deren Niveau auf einem höheren "neuen Normal" einpendeln werde als in Vor-Corona-Zeiten. Derweil haben führende LEH-Filialisten wie Home Depot, Walmart, Ikea und Lidl auf die Situation reagiert, indem sie selbst Frachter anmieten, schreibt die Wirtschaftswoche.
Logistik: Keine Entspannung bei Seefrachtraten in Sicht
Foto/Grafik: Hannes Grobe/Wikicommons
Während Reeder, Aktionäre und Investoren von gestiegenen Frachtraten profitieren, dürfen die Kunden der Container-Linien als Verlierer gelten.

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