25.09.2019

Nordsee-Kabeljau verliert MSC-Siegel

Weil es dem Kabeljaubestand in der Nordsee nicht gut geht, verlieren die dortigen Kabeljaufischer ihr MSC-Zertifikat. Das hat der MSC heute mitgeteilt. Hintergrund für diese Entscheidung sind die jüngsten wissenschaftlichen Berechnungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES): Demnach ist der Nordsee Kabeljau-Bestand, der zuletzt als gesund galt, unter seine nachhaltige Mindestbestandsgröße gesunken und liegt nun mit 81.224 Tonnen deutlich unter seinem Zielwert für eine gesunde Bestandsgröße (150.000 Tonnen).

„Der MSC Umweltstandard schließt die Befischung von Beständen, die keine nachhaltige Größe haben und in ihrer Regeneration beeinträchtigt sind, aus. Dies ist nach neuesten wissenschaftlichen Berechnungen beim Kabeljau in der Nordsee leider der Fall“, so Stefanie Kirse, Leiterin des MSC Deutschland. “Diese Suspendierung ist zwar ein schwerer Schlag für die Industrie, aber sie ist auch ein Beleg dafür, dass unser Umweltstandard greift und der Schutz der Bestände oberste Priorität hat.“

Kabeljau gehört in Deutschland zu den zehn beliebtesten Speisefischen. Der hier erhältliche Kabeljau stammt aus der Nordsee, aber auch aus anderen Meeren, etwa aus isländischen Gewässern oder der Barentssee. Ob der Kabeljau im Kühlregal aus nachhaltiger Fischerei und einem gesunden Bestand kommt, können Verbraucher am blauen MSC-Siegel erkennen. Der Kabeljau aus der Nordsee darf das Siegel für alle Fänge ab dem 24. Oktober nicht mehr tragen.
FischMagazin
FischMagazin
Kontakt

Verlag