28.08.2026
Zertifizierungen: Albert Schweitzer Stiftung prüft den Lebensmitteleinzelhandel
Keiner der acht umsatzstärksten Supermärkte und Discounter in Deutschland sichert die Zertifizierungen seiner Aquakulturprodukte durch eine verbindliche Aquakultur-Einkaufsrichtlinie ab. Das ist ein Kritikpunkt, den die "Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt" in ihrem "Aquakultur-Report 2026" formuliert – obgleich 96 % der untersuchten Eigenmarkenprodukte erkennbar zertifiziert seien. Die Stiftung hatte erstmals systematisch analysiert, wie die Händler Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny und Rewe Tierschutzanforderungen für Aquakulturprodukte öffentlich festschreiben und im Eigenmarkensortiment realisieren. Für den Report wurden öffentlich zugängliche Unternehmensinformationen ausgewertet und mit 314 Produktstichproben aus Filialen abgeglichen. Als Maßstab dienten die Zertifizierungen ASC, GGN, Naturland und EU-Bio. Diese decken die grundlegenden Tierschutzanforderungen der von der Stiftung initiierten Aquaculture Welfare Standards Initiative (AWSI) ab. Die Empfehlungen umfassen zentrale Tierschutzbereiche wie Wasserqualität, Fütterung, Handling, Transport sowie Betäubung und Schlachtung.
"Der Handel zeigt mit seinen Eigenmarken selbst, dass zertifizierte Aquakulturware in großem Umfang umsetzbar ist", kommentierte Esther Erhorn, Leiterin Lebensmittel-Fortschritt bei der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Aber: Die öffentlichen Einkaufsrichtlichen hielten mit diesem hohen Zertifizierungsstand nicht Schritt. Häufig fehlten verbindliche Zusagen, konkrete Fristen und klare Angaben dazu, welche Sortimentsbereiche und Tierarten erfasst seien. Besonders Markenprodukte und Aktionsware blieben bislang häufig außen vor. Einschränkungen wie "sofern verfügbar" schwächten die Zusagen zusätzlich ab. Außerdem fehlten beim Ausschluss von Oktopussen und anderen Kopffüßern aus Aquakultur bislang umfassende und dauerhaft verbindliche Zusagen. Rewe erreiche als einziges Unternehmen 100 % bei den direkt auf dem Produkt erkennbar zertifizierten Eigenmarkenprodukten, Edeka liege mit 90 % am unteren Ende der Stichprobe. Dazwischen folgten Aldi Nord und Kaufland mit jeweils 98 %, Lidl und Penny mit 97 %, Aldi Süd mit 96 % und Netto Marken-Discount mit 93 %. Das Fazit des Berichts: "Keines der acht Unternehmen erfüllt alle Anforderungen des Reports an eine umfassende und verbindliche Aquakultur-Einkaufsrichtlinie."
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