27.10.2026
Fischmehl/Fischöl: Abgesagte Sardellen-Saison könnte Preise treiben
Die Absage von Perus zweiter Fangsaison für Sardellen in diesem Jahr wird die weltweit angespannte Marktsituation bei Fischmehl und Fischöl vermutlich weiter in die Länge ziehen – mit negativen Auswirkungen auch für Lachszüchter bis weit ins Jahr 2027 hinein, schreibt das Portal IntraFish. Bereits am 5. Oktober hatte die Organisation für marine Inhaltsstoffe (IFFO) gemeldet, dass die addierte Fischmehlproduktion seiner Mitgliedstaaten im laufenden Jahr 45 % niedriger ausfalle als im gleichen Zeitraum 2025, während die Fischölproduktion 26 % geringer sei. Jetzt hat Peru seine zweite Fangsaison für Sardellen in den wichtigen Fanggründen im Norden und zentral vor seiner Küste abgesagt, weil Wissenschaftler schätzen, dass Perus Anchovis-Bestand bei 5,12 Mio. t und damit fast 28 % niedriger als im Sommer und unter dem langjährigen Durchschnitt liege. Experten von Perus Meeresinstitut (IMARPE) teilten mit, ungewöhnlich hohe Meerwassertemperaturen hätten die Verteilung der Sardellen-Schulen geändert. Peru liefert etwa 20 % des global gehandelten Fischmehls. Damit fehlen weltweit jetzt rund eine Million t Fischmehl. Dabei lagen die Preise für Fischmehl mit 2.936 Euro/t und 7.565 Euro/t für Fischöl bereits im September hoch. Fischöl koste damit schon 7,5 % mehr als zum letzten Preishoch im September 2023. Gerardo Balbontin, Geschäftsführer von Lachszüchter Blumar, geht davon, dass sich insbesondere europäische Lachsproduzenten weniger teuren Fischmehlrezepturen zuwenden wie Federmehl und Geflügelmehl.
Der Fischmagazin-Newsletter: Hier kostenlos anmelden