01.06.2026

Ostseefischerei: Düstere Zukunftsaussichten

In der Ostsee werden alle Fischbestände nach den Kriterien der Nachhaltigkeit bewirtschaftet, stellt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) fest. "Trotzdem sind die Zukunftsaussichten für die deutsche Fischerei düster", meint Dr. Peter Breckling, Generalsekretär beim Deutschen Fischerei-Verband (DFV). Denn Dorsch und Westhering, die Hauptzielarten der deutschen Ostseefischerei, erholen sich kurzfristig nicht, obwohl die Bestände praktisch nicht befischt werden. Da die bislang gezahlte Stillliegeprämie zum Wiederaufbau des Bestandes ab 2027 entfallen soll, verschlechtern sich die Zukunftsperspektiven für die Fischereibetriebe. Ein Lichtblick: Der Bestand des Herings in der zentralen Ostsee östlich von Bornholm als größter Bestand zeige weiterhin "eine sehr positive Entwicklung". Daher empfiehlt der ICES für das kommende Jahr eine Anhebung der Gesamtfangmenge um 74 %.

Auch für die Sprotte, die sich ebenfalls "sehr positiv" entwickelt habe, schlägt der Rat eine Quoten-Anhebung für 2027 vor, und zwar um 32 %. Für die beiden Dorschbestände in der Ostsee werde für 2027 und 2028 erneut eine Null-Fangquote empfohlen, da sie keine Erholungstendenzen zeigten. Bei der Scholle sieht die Bestandsentwicklung positiv aus. Allerdings gingen die Anlandungen zurück, da die Kondition der Tiere derart schlecht sei, dass sie sich zum großen Teil nicht vermarkten ließen: "Sie haben kein Fleisch auf den Gräten, zu wenig Nahrungsangebot für zu viele Fische." Hier empfehle der ICES eine moderate Anhebung der Gesamtfangmenge um 2,4 %.
Ostseefischerei: Düstere Zukunftsaussichten
Foto/Grafik: Björn marnau/FischMagazin
Der Bestand des Westherings, neben dem Dorsch die Hauptzielart der deutschen Ostseefischerei, erholt sich kurzfristig nicht. Positiv entwickelt sich hingegen der Hering in der zentralen Ostsee. Foto: Ostsee-Hering im Angebot der Müritz-Fischer.
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