News aus der Fischbranche
18.05.2012 Krabbenfischer: Gründung einer Erzeugergemeinschaft für 24. Mai geplant
Mit deutlich verbesserten Erzeugerpreisen sind die Krabbenfischer der deutschen Nordseeküste in die Saison gestartet, meldet der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer. "Nachdem die Händler im Mai des Vorjahres mit knallharter Niedrigpreispolitik den ersten großen Krabbenfischerstreik in Europa ausgelöst hatten, zeichnet sich in diesem Jahr eine Stabilisierung ab", teilt Verbandsgeschäftsführer Dr. Peter Breckling mit. Im Vorjahr hatte der Erzeugerpreis zum Saisonbeginn deutlich unter 2,- Euro/kg gelegen, jetzt schwanke er zwischen 3,- und 4,- Euro/kg. Für die nächsten Wochen rechnen Marktteilnehmer mit weiterhin stabilen Preisen. Durch die hohen Treibstoffpreise hat sich die Ertragslage der Fischereibetriebe insgesamt noch nicht nachhaltig verbessert.
Die Fangmengen sind durchschnittlich, der Absatz verläuft gut. Stellenweise werden die Krabben im Handel knapp, so dass einzelne Verkäufer bereits auf kleinere Sortierungen zurückgegriffen haben. Die Aufsichtsbehörden müssen vermehrt auf die Einhaltung der Marktnormen achten. Die Lage der Krabbenbestände ist insgesamt positiv. Bei seiner Winteruntersuchung hatte das Fischereiforschungsinstitut des Bundeslandwirtschaftsministeriums (vTI) überdurchschnittlich große Krabbenvorkommen gefunden. Am 24. Mai soll in Wardenburg bei Oldenburg die Gründungsversammlung einer neuen deutschen Krabbenfischer-Erzeugergemeinschaft stattfinden. Damit soll das Angebot der Fischer gebündelt werden, so dass die Familienbetriebe eine stärkere Marktposition erhalten. Auf diese Weise sollen Einbrüche der Erzeugerpreise in Zukunft verhindert werden. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann unterstützt das Vorhaben und hat sein Erscheinen angekündigt.
18.05.2012 MSC startet Bildungsprojekt mit Zoos und Aquarien
"Schlau fischen mit Kurt dem Kutter!" heißt ein Bildungsprojekt zum nachhaltigen Fischfang, das der Marine Stewardship Council (MSC) mit acht Zoos und Aquarien in Deutschland ins Leben gerufen hat. Ab sofort können sich Besucher der Zoos und Tiergärten in Frankfurt, Köln, Stuttgart, Leipzig, Nürnberg, Münster, Duisburg und des Aquazoos Düsseldorf umfassend über das MSC-Siegel und Möglichkeiten eines nachhaltigen Fischkonsums informieren. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesamt für Naturschutz. Ein Informationsstand, der in die Ausstellung aller Projektpartner integriert ist, erklärt das Thema anhand von Texten und Bildern. Die Zoobesucher begleiten das Projektmaskottchen "Kurt der Kutter" auf seinen Ausflügen zu MSC-zertifizierten Fischereien. Ergänzend zu der Dauerausstellung hat der MSC Lehrmaterial für Pädagogen entwickelt: die Unterrichtskarten und Übungsaufgaben stehen auf der Projektwebseite www.msc.org/bildungsprojekt zum Download zur Verfügung.
17.05.2012 Surimi: Nachfrage aus China und Japan treibt Preis in die Höhe
Steigende Nachfrage für Surimi insbesondere aus Japan und China steigert die Preise der Rohware in diesem Jahr um teilweise über 20 Prozent, meldet IntraFish. Gewöhnlich werden die Preise für Surimi-Basis aus den Alaska-Pollack-Fängen der A-Saison im März/April verhandelt, nun kontaktierten japanische Käufer schon im Dezember die AP-Verkäufer, sagt Pascal Guenneugues, Gründer und Direktor von Future Seafood. Nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan im März 2011 war ein Rückgang des dortigen Konsums erwartet worden, stattdessen stieg die Verzehrmenge 2011 um zwei bis drei Prozent. In Tokio lagen die Preise für Surimi-Rohware der A-Qualität im März bei 2,75 bis 3,03 Euro/kg, die B-Qualität wurde für 2,20 bis 2,39 Euro/kg verkauft und die K-Qualität für 2,48 bis 2,66 Euro/kg, während SA für 3,49 und 3,67 Euro/kg gehandelt wurde. Europäische Produzenten stehen vor dem Problem, dass der Handel eine Anhebung der Preise verweigert. Das Umsteigen auf eine andere Rohware, beispielsweise auf tropische oder Süßwasser-Fischarten, sei allerdings keine Option. Grund sei zum einen der Wunsch nach MSC-Ware, außerdem sei einfach nicht genug Surimi auf Basis tropischer Spezies verfügbar.
Preistreibend mache sich auch die gestiegene Nachfrage insbesondere in China bemerkbar. Dort hätten alleine im vergangenen Jahr etwa 150 neue Surimi-Produzenten den Betrieb aufgenommen, schätzt Chinas größter Surimi-Hersteller Longsheng Aquatic Products. Einen Überblick gab Pascal Guenneugues auf dem 12. Surimi-Forum im US-amerikanischen Oregon, schreibt IntraFish. Obgleich Marktdaten für China nur schwer erhältlich seien, schätzte er den Surimi-Verbrauch des Landes auf rund 150.000 Tonnen. Die nationale Produktion liege bei 120.000 bis 130.000 Tonnen. Während China bis vor kurzem noch ein Nettoexportland war und pro Jahr je 30.000 Tonnen nach Japan und Korea exportierte, importiere China inzwischen Surimi. Auch wenn die neuen Surimi-Produzenten überwiegend kleinere Betriebe seien, hätten sie durch die zusätzliche Nachfrage den Preis in der zweiten Jahreshälfte 2011 um mehr als 20 Prozent nach oben getrieben. In China werde überwiegend Surimi auf Basis mariner Tropenfische konsumiert. Inzwischen prüfen die Chinesen das Potential von Süßwasserfischen als Surimi-Basis, insbesondere von Karpfen.

17.05.2012 Österreich: Landwirtschaftsminister will Fischproduktion verdoppeln
Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich will den Selbstversorgungsgrad des Landes bei Süßwasserfisch bis 2020 von derzeit rund 34 auf 60 Prozent verdoppeln, meldet das Medianet. Innerhalb der kommenden acht Jahre soll die produzierte Menge um 2.400 auf jährlich 5.500 Tonnen steigen. Das kündigte Berlakovich am Freitag vergangener Woche auf einer Konferenz zur Zukunft der europäischen Fischereipolitik in Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) an. Um Anreize zur Steigerung der heimischen Erzeugung zu schaffen, wolle er das Genehmigungsverfahren transparenter gestalten und eventuell noch in diesem Jahr ein eigenes AMA-Gütesiegel für Süßwasserfisch einführen.
17.05.2012 Island: Samherji startet MSC-Bewertung für Kabeljau, Schellfisch und Hering
Samherji, führendes Fischfang- und -verarbeitungsunternehmen auf Island, lässt seine Fischereien auf Kabeljau, Schellfisch und Hering im Nordost-Atlantik nach den Kriterien des Marine Stewardship Councils (MSC) bewerten. Sollte das MSC-Hauptverfahren erfolgreich abgeschlossen werden, dürfen voraussichtlich ab kommendem Jahr 22.440 Tonnen atlantischer Kabeljau, 4.680 Tonnen Schellfisch und 36.620 Tonnen Hering - jeweils auf Basis der Fangquoten für 2011 - das MSC-Label tragen. Die Kabeljau- und Schellfisch-Fangflotte besteht aus 13 Frischfischfängern und Frosterschiffen mit einer Länge zwischen 40 und 70 Metern, die mit Grundschleppnetzen und Langleinen fischen. An der Heringsfischerei sind vier Schwarmfischtrawler beteiligt, jeweils zwischen 60 und 110 Metern lang, die pelagische Schleppnetze und Waden verwenden. Gefischt wird ganzjährig im Nordostatlantik (FAO-Gebiet 27). Die Fischerei stellt eine Vielzahl von Produkten her: frische Kabeljau- und Schellfisch-Loins, iqf-Portionen in unterschiedlichen Konsumentengrößen sowie Filets. Der Hering wird überwiegend zu TK-Hering, Filets und Lappen verarbeitet. Ein kleinerer Teil geht ins Fischmehl und Fischöl, vor allem die beim Filetieren anfallenden Abschnitte. Samherji vermarktet in der EU und Osteuropa, den USA und in Asien.

16.05.2012 Dänemark: Weltweit erste Austernfischerei erhält MSC-Zertifikat
Die Austernfischerei im dänischen Limfjord ist die erste Austernfischerei weltweit, der für ihre Nachhaltigkeit und ihr gutes Management ein Zertifikat des Marine Stewardship Councils (MSC) verliehen worden ist. Die Zertifizierung gilt für die gesamte Fangquote. Im vergangenen Jahr fischten 26 Fischer auf Lizenz etwa 600 Tonnen der Europäischen Auster (Ostrea edulis), 2010 waren es noch 1.049 Tonnen. Die maximal zwölf Meter langen Boote setzen dabei Austern-Schürfnetze (dredges) ein. Die Fischerei wird in den westlichen Teilen des Limfjords von Oktober bis Mai ausgeübt. Das Management der Fischerei liegt beim Dänischen Fischerei-Direktorat. Die Bestände der Limfjord-Austern sind kartiert und werden jährlich von Wissenschaftlern - etwa von der DTU Aqua - beurteilt. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Festsetzung der Fangquote durch das dänische Ministerium für Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei. Das Fischereidirektorat und die Kommunen sind für die Lizenz- und Quotenvergabe zuständig. Soeren Mattesen, Geschäftsführer des MSC-Klienten Vilsund Blue, hob hervor, dass jetzt sämtliche vier Fischereien, aus denen sein Unternehmen Produkte erhalte, vom MSC zertifiziert seien.

16.05.2012 Indien: Erste Bio-Black Tiger aus Kerala
Erstmals können im indischen Bundesstaat Kerala Black Tiger-Garnelen aus ökologischer Zucht geerntet werden, meldet Fish Information & Services (FIS). Schon bald sollen die Garnelen unter Premium-Marke Kunden in Indien, den USA und Europa angeboten werden, kündigt die Behörde für die Exportförderung von Meeresprodukten (MPEDA) an. Die Farmer in den beiden Küstenorten Alappuzha und Kochi im Südwesten Indiens versprechen sich von der Bioqualität ein Preispremium. Bei der Produktion der BT-Eier und der Futtermittel werde auf Kunstdünger, Antibiotika oder sonstige Chemikalien verzichtet, teilte der stellvertretende MPEDA-Direktor N P Vinod mit. Außerdem sei die komplette Rückverfolgbarkeit vom Konsumenten bis zur Farm möglich. Alleine in Kerala werden derzeit 45 Hektar Garnelen-Farmen ökologisch bewirtschaftet. Die MPEDA hatte 13 Züchtern Unterstützung geleistet. Auch in den anderen 12 Farmen erwarte man demnächst eine erste Ernte von Bio-Shrimps. Im kommenden Jahr will die Entwicklungsbehörde die Farmfläche für Biogarnelen auf 100 Hektar ausweiten.

[16.05.2012] Springe: Bis zu 10.000 Forellen in Zuchtanlage verendet
[15.05.2012] Tag des Fischbrötchens: Matjes ist am beliebtesten
[15.05.2012] Kanada: Neuer Standard für ökologische Aquakultur
[15.05.2012] Pazifik: Neun Prozent der Fische haben Plastik im Magen
[14.05.2012] Cuxhaven: Fischer planen Demonstration gegen Elbvertiefung
[14.05.2012] Vietnam: Global GAP zertifiziert zwei Pangasius-Brutanstalten
[14.05.2012] Chile: AquaChile will 34 Prozent mehr Lachs produzieren
[14.05.2012] China: MSC will erstes Büro eröffnen
[11.05.2012] Vietnam: Bianfishco wieder im Geschäft
[11.05.2012] Kanada: Atlantische Tiefseescallops beantragen MSC-Zertifizierung
[11.05.2012] Dänemark: Lachsräucherei Norlax notiert 25 Prozent Gewinnzuwachs
[10.05.2012] Norwegen: Exportwert im April 12 Prozent niedriger als im Vorjahr
[10.05.2012] Vietnam: Ein weiterer Pangasius-Exporteur von der Börse genommen
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