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News aus der Fischbranche

29.03.2021  Sueskanal-Krise führt zu Verzögerungen und höheren Frachtraten

Die weiterhin anhaltende Blockade des Sueskanals durch das Containerschiff "Ever Given" könnte zu wochenlangen Verzögerungen und höheren Frachtkosten für Seafood-Transporte zwischen Asien und Europa führen, prognostiziert das Portal IntraFish. Die Folgen der Sueskanal-Krise addieren sich zu einer bereits seit gut einem Jahr angespannten Versorgungslage bei Schiffscontainern und Frachtraten auf historischer Rekordhöhe. Die "Ever Given", die am 23. März aufgrund eines Sandsturms auf Grund lief, blockiert mit dem ägyptischen Kanal eine Schifffahrtsroute, durch die etwa 12 Prozent des Weltschiffsverkehrs und sogar 27 Prozent sämtlicher Containerfrachten laufen. So passieren Fisch und Meeresfrüchte aus China, dem größten Seafood-Exporteur in die Europäische Union, den Sueskanal. 2018, dem letzten Jahr, für das die EU aktuell Statistiken zur Verfügung stellt, erhielt die EU aus China Seafood im Wert von 1,5 Mrd. Euro. Auch andere asiatische Länder nutzen die Sues-Route: Vietnam, sechstgrößter Seafood-Exporteur der EU, verkaufte 2018 Fischwaren für 1 Mrd. Euro nach Europa (4,5 Prozent aller Exporte), Indien exportierte Seafood für 712 Mio. Euro hierher (3,2 Prozent aller Exporte).

Ein weiteres Problem: chinesische und andere asiatische Exporteure erhalten die Container aus der westlichen Hemisphäre verzögert zurück. In der Frühphase der Pandemie hatten coronabedingte Personalausfälle in chinesischen Häfen dazu geführt, dass Seafood-Importeure in Westeuropa nicht genug Container zur Verfügung hatten. Aktuell ist es umgekehrt: die Exporteure in China und Asien erhalten die Container vom anderen Ende der Welt nicht mehr rechtzeitig retour. Generell hat die reduzierte Verfügbarkeit der Schiffscontainer zu einer erheblichen Verteuerung der Frachtraten geführt. "Selbst eine Verzögerung von zwei Tagen würde die bestehende Störung der Lieferkette weiter verschärfen", meint Greg Knowler, Chefredakteur beim Journal of Commerce (JOC) in London. Was die Sperrung im Sueskanal anbelangt, haben erste Containerlinien wie HMM und Evergreen Marine aus Asien nach Angaben des Portals Marine Traffic begonnen, ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umzuleiten.

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
13.08.2020 Hamburg: Hafen verliert Anschluss an die Konkurrenz
24.11.2017 Hamburg: Hafen leidet unter langer Zollabfertigung

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