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News aus der Fischbranche

07.11.2018  Chile: Konferenz zur Lachslaus-Problematik

Die Produktionskosten für Zuchtlachs steigen bei einem Befall durch die Lachslaus Caligus rogercresseyi und die notwendigen Behandlungskosten um rund 1,40 USD/kg, etwa 1,23 Euro/kg. Das teilte der chilenische Ökonom Miguel Quiroga vom chilenischen Interdisziplinären Zentrum für Aquakulturforschung (INCAR) auf der 12. jährlichen Lachslauskonferenz in Punta Arenas/Chile mit. Er war einer von zahlreichen Referenten, die sich insbesondere dem Thema Bekämpfung dieses Schädlings widmeten, der der Branche zunehmend Kopfzerbrechen bereitet. So erwartet René Garreaud von der Universidad de Chile, dass der für das 21. Jahrhundert erwartete Anstieg der globalen Temperaturen auch zu einem weiteren Anwachsen der Lachslauszahlen führen könnte. Kari Olli Helgesen vom Norwegischen Veterinärinstitut beschrieb das Umdenken bei der Behandlung der Lachse gegen einen Sea lice-Befall. So sei der Besatz mit Putzerfischen seit dem Jahre 2008 steil angestiegen, während die Zahl der Behandlungen gegen die Laus auf etwa einmal pro Jahr zurückgegangen sei. Insbesondere in den Jahren 2016/17 hätte die Branche bei den Behandlungsmethoden umgeschwenkt. Am weitesten verbreitet sei entlang der norwegischen Küste inzwischen eine "Wärmeentlausung" der Fische, das so genannte "thermal delicing".

Seit 2016 wird in Chile das Entlausungsmittel Imvixa angewendet, das 10% des Wirkstoffs Lufenuron enthält. Dieses Insektizid wird auch als Antiflohmittel bei Haustieren, vor allem Hunden und Katzen verwendet. Bei Lachsen werde es in einer Dosierung von 35mg/kg über eine Dauer von mindestens 7 bis zu 14 Tagen mit dem Futter verabreicht, erklärte John McHenery, Leiter Sicherheit bei dem Hersteller Elanco Animal Health, einem Pharmaunternehmen. In Deutschland ist der Einsatz von Lufenuron nicht erlaubt. In Produktionsländern wie Spanien und Italien existieren Belastungshöchstmengen für Produkte aus dem Obst-, Gemüse-, Wein- und Getreidebau. Um den Befall mit Lachsläusen zu reduzieren, wird in Norwegen mit dem Absenken der Zuchten in größere Meerestiefen experimentiert, teilte Frode Oppedal vom Norwegischen Meeresforschungsinstitut mit. Nachdem das Institut einen Pilotversuch mit 10.000 Fischen unternommen hatte, will Norway Atlantis Subsea Farming diese "tiefergelegten" Farmen jetzt im industriellen Maßstab mit 30.000 bis 50.000 Lachsen testen.

Lesen Sie zur Lachslaus-Problematik auch im FischMagazin-Archiv:
07.09.2018 Island: Umweltfreundliche Lachszucht in geschlossenen Meeresgehegen
23.07.2018 Island: Lachsläuse und hohe Mortalität verhindern ASC-Zertifikat


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