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10.08.2018  Hamburg: Heinz Oestmann gestorben

Hamburg: Heinz Oestmann gestorben

Er war eine Ikone im Kampf für eine saubere Nordsee und Elbe und stritt für das Dorf Altenwerder: am Montag starb der Hamburger Fischer Heinz Oestmann - hier (links im Bild) auf dem sonntäglichen Fischmarkt im Sommer 2008.
Er war eine Ikone im Kampf für eine saubere Nordsee und Elbe und stritt für das Dorf Altenwerder. Jetzt starb am Montag dieser Woche im Alter von 68 Jahren der Hamburger Fischer Heinz Oestmann, meldet das Hamburger Abendblatt. Schon als 20-Jähriger musste Oestmann, dessen Vater früh gestorben war, Verantwortung übernehmen. Mit seinem 1950 gebauten Kutter, der 15 Meter langen "Nordstern", fischte er auf Elbe und Nordsee. Ende der 70er Jahre beobachtete er dabei vor Helgoland, wie ganz offiziell Tankschiffe Dünnsäure aus der Industrie ins Wasser pumpten. Er klagte gegen die Verklappungsgenehmigungen und protestierte gegen die Verschmutzung, die seine Existenz als Fischer bedrohte. Als er für das ARD-Magazin "Monitor" Fische mit blumenkohlartigen Geschwüren in die Kamera hielt, wurde er auch bundesweit bekannt. 1985 saß Oestmann für die Grün-Alternative Liste (GAL), die Hamburger Grünen, in der Bürgerschaft. In den kommenden Jahren durfte er miterleben, wie die Elbe sauberer und die Fische zahlreicher wurden.

Als das Dorf Altenwerder, in dem die Familie Oestmann seit 1740 Fischerei betrieb, der geplanten Hafenerweiterung weichen sollte, gehörte er mit seiner Frau Renate zu den letzten, die Ende der 1990er Jahre wichen. Er erhielt eine Entschädigung, zinsgünstige Darlehen und ein Grundstück am Yachthafen Finkenwerder, wo er den Fischereibetrieb fortführte und für seine Frau das Restaurant "Oestmanns Fischerhuus" aufbaute. Sie starb 2000, eineinhalb Jahre nach dem Umzug, mit nur 48 Jahren an Krebs. 2013 gab er aus gesundheitlichen Gründen die Fischerei auf, wenig später auch die Gastronomie. Jetzt starb Heinz Oestmann in einer Harburger Klinik an den Spätfolgen eines früheren Arbeitsunfalls, bei dem Teile des Fanggeschirrs seinen Bauch aufgerissen hatten. Das Hamburger Abendblatt zitiert den Fotografen Günter Zint, einen langjährigen Freund des Fischers: "Heinz hat sich nie etwas sagen lassen, er war einer der authentischsten Menschen, denen ich je begegnet bin - eigentlich ist er immer Rocker geblieben."

Lesen Sie hierzu auch im FischMagazin-Archiv:
12.02.2013 Hamburg: Heinz Oestmann, der "Rebell von Altenwerder", hört auf
22.03.2010 Langer Winter verkürzt die Stint-Saison

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