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News aus der Fischbranche

03.03.2017  Großbritannien: Fischer versprechen sich zu viel vom Brexit

Die Erwartungen britischer Fischer, nach einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU "ihre Gewässer zurückzuerhalten", sind möglicherweise zu hoch gesteckt. Diese Ansicht vertritt zumindest ein Dokument des EU-Fischereikomitees (PECH), auf das sich jetzt die englische Tageszeitung The Guardian bezog. Richtig sei, dass die Fischindustrie der übrigen EU-Staaten bislang in großem Umfang in britischen Gewässern fischt: "2015 fingen EU-Schiffe 683.000 t (Wert: 564 Mio. Euro) in den Gewässern Großbritanniens und britische Schiffe fischten 111.000 t (Wert: 129 Mio. Euro) in den Gewässern der anderen Mitgliedsstaaten." Deshalb fordert etwa der Vorsitzende der National Federation of Fishermens Organisations (NFFO), Barrie Deas, ein Ende des "erheblichen Ungleichgewichts": "Die dänische Flotte fischt derzeit 85% ihrer Fänge in UK-Gewässern und die Flotte der Normandie 80%. Wenn wir uns die Quotenverteilung für den Kabeljau im englischen Kanal anschauen, dann besitzen die Franzosen 84% und Großbritannien 9%." Berichten zufolge soll der niederländische Trawler Cornelis Vrolijk 2014 alleine 23% der gesamten englischen Fangquote gehalten haben.

Doch wenn Großbritannien und die EU weiterhin ihre Bekenntnisse zu einer nachhaltigen Fischerei auf Basis der FAO-Bestandsbewertungen aufrechterhalten wollen, sei "eine Alternative zur fortgesetzten Anwendung der Gemeinsamen Fischereipolitik schwer denkbar", heißt es in dem EU-Dokument. Die Autoren - EU-Parlamentarier - bestehen darauf, dass Schiffseignern aus den EU-Mitgliedsstaaten weiterhin erlaubt sein soll, Boote unter britischer Flagge zu bereedern. Jeder Brexit-Vertrag werde auf einen wechselseitigen Zugang für die EU- und die britische Flotte in den Gewässern des jeweils anderen hinauslaufen. Denn die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien müssten vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass das UK auch weiterhin eine enge Beziehung zu seinen europäischen Partnern und mit dem gemeinsamen Markt pflegen will: "Jedes Übereinkommen, das Großbritannien Zugang zum EU-Binnenmarkt gewährt, muss der EU-Flotte Zugang zu den britischen Fischgründen gewähren." Der fischereipolitische Sprecher der britischen Unabhängigkeitspartei Ukip, Mike Hookem, bezeichnet den Bericht allerdings als "verzweifelt" und fordert weiterhin: "Die britischen Gewässer müssen wieder unter britische Kontrolle, egal, was die EU will."

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