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22.02.2017  Island: Streik nach zehn Wochen beendet

Island: Streik nach zehn Wochen beendet

Am Samstag hatten Fisheries Iceland (SFS), Verband der isländischen Fischereiunternehmen, und Vertreter der Fischer eine Vereinbarung zur Beendigung des Streiks unterzeichnet. Kleines Foto: SFS-Geschäftsführerin Hei∂rún Lind Marteinsdóttir.
Islands Fischer haben ihren Streik nach zehn Wochen Dauer am Sonntagabend beendet, meldet die Iceland Review. Schon am Samstag hatten Fisheries Iceland (SFS), der Verband der isländischen Fischereiunternehmen, und Repräsentanten der Fischer eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, teilte SFS-Sprecherin Hei∂rún Lind Marteinsdóttir mit. Einen Tag später stimmten die Fischer in einer Urabstimmung mit einer, wenn auch knappen, Mehrheit für ein Ende des Arbeitskampfes: der Vertrag wurde mit 52,4 zu 46,9 Prozent der abgegebenen Stimmen angenommen. Allerdings hatten sich von 2.214 registrierten Stimmberechtigen nur 1.189 an der Abstimmung beteiligt, wovon wiederum 623 für und 558 gegen die Vereinbarung stimmten. Während sich entsprechend einige Fischer erleichtert zeigten, die Arbeit wieder aufnehmen zu können, äußerten sich andere unzufrieden. Der Leiter von Fisheries Iceland, Jens Gar∂ar Helgason, hingegen sprach von "einer guten Übereinkunft".

Die Auswirkungen des zehnwöchigen, nahezu vollständigen Fangstopps der isländischen Fischereiflotte sind indes derzeit noch nicht absehbar. Eines sei jedoch sicher, erklärten Betroffene gegenüber dem Portal IntraFish: es hat einen großen Vertrauensverlust gegeben. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Markt nicht auf uns wartet", meint Birgir Bjarnasson, Geschäftsführer des Seafood-Traders Islenska. "Der LEH will Stabilität und Island liefert normalerweise ganzjährig. Das könnte die Beziehung zerstört haben", spekuliert Dr. Jon Thrandur Stefansson, Leiter des isländischen Marktforschungsunternehmens Markó Partners. In Großbritanniens wichtigstem Fischereihafen Grimsby beispielsweise mussten, bedingt durch den Streik, 20 Prozent der Beschäftigten zeitweilig entlassen werden. "Die Auswirkungen waren riesig", sagt Martin Boyers, Geschäftsführer des Grimsby Fish Market. Auf der dortigen Auktion wurde zuletzt mehr Fisch von den Färöer Inseln, aus Dänemark, Irland und Norwegen gehandelt. Auf Island sind jetzt in der ersten Wochenhälfte die ersten größeren Frischfisch-Ladungen angelandet worden. Die erste Seefrostware werde in einigen Wochen erwartet.

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