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16.02.2017  Forschung zu Fischfutter: Rotalgen statt Fischmehl

Forschung zu Fischfutter: Rotalgen statt Fischmehl

Wollen den Fischmehlanteil im Fischfutter reduzieren: Dr. Ralf Bochert, Prof. Dr. Hendrik Schubert, Prof. Dr. Petra Wolf und Gregor Thum. (Foto: Universität Rostock/Julia Tetzke)
Mit Fischfutter, das auch Rotalgen, Miesmuscheln und Seeringelwürmer enthält, könnte der Verbrauch von Fischmehl in der Fisch-Fütterung im großen Stil verringert werden. Das ist das Ergebnis von Fütterversuchen, die Rostocker Forscher um Prof. Dr. Petra Wolf, Inhaberin des Lehrstuhls für Ernährungsphysiologie und Tierernährung, in der Versuchsstation Born durchgeführt haben. Die Idee hatte der Forschungstaucher und Doktorand Gregor Thum: ihm waren bei Expeditionen an den küstennahen Ostsee-Riffen Nienhagen und Rosenort große Mengen an Algen und wirbellosen Tierchen aufgefallen. Während die Ernte an den Riffen schwierig und kostspielig ist, verweist das Projekt Baltic IMTA Integrated multitrophic aquaculture auf eine Alternative: die gemeinsame Zucht von Rotalgen und Miesmuscheln. Eine Laboruntersuchung ergab die Eignung als Futtermittelzutaten: einige Komponenten sind sehr eiweißreich und haben günstige Gehalte an essentiellen Aminosäuren sowie Spurenelementen.

Gemeinsam mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Versuchsstation Born, testeten die Rostocker Uni-Forscher ein Forellenfutter, dem bis zu 35 Prozent der neuen Naturprodukte hinzugefügt wurden. Das Ergebnis: die Forellen haben mit Appetit gefressen und sich gut entwickelt. "Es gab keinerlei Anzeichen, die gegen das Futter sprechen", resümiert Frau Prof. Wolf. Partner bei dem Projekt war unter anderem das Institut für Biowissenschaften, Arbeitsgruppe Ökologie unter Leitung von Prof. Dr. Henrik Schubert. Als nächstes soll geprüft werden, ob sich die Zutaten für das Naturfutter kostengünstig und in ausreichender Menge gewinnen lassen bzw. künstlich vermehrt werden können.

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